Strenge Kontrollen bei der Einreise in die USA

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Digital Life
02/14/2017

NASA-Mitarbeiter musste an US-Grenze Handy entsperren

Die Behörden haben laut Angaben des Jet-Propulsion-Laboratory-Mitarbeiter bei seiner Einreise den gesamten Inhalt seines Smartphones kopiert.

Der gebürtige US-Amerikaner mit indischen Wurzeln Sidd Bikkannavar arbeitet für das NASA Jet Propulsion Laboratory (JPL), das unter anderem für die Steuerung von Satelliten und Raumsonden verantwortlich ist. Bei der Einreise in die USA ist Bikkannavar nun auf unerwartete Probleme gestoßen, wie The Verge berichtet. Demnach wurde er von den Grenzbeamten auf dem Flughafen von Los Angeles angehalten und aufgefordert, den PIN seines Smartphones herauszugeben. Da es sich um ein dienstliches Handy handelt und entsprechend sensible Inhalte in Bezug auf seinen Job enthält, weiterte er sich anfangs.

Als die Beamten ihm jedoch klarmachten, dass sie ihn so lange festhalten würden, bis er den PIN herausgibt, gab er schließlich nach. Anschließend verschwanden sie und kopierten laut Bikkannavar Inhalte. Laut eigenen Angaben hat er das Handy von JPL-Forensikern nun untersuchen lassen, um festzustellen, was genau die Beamten gemacht haben und ob sie sogar etwas auf dem Smartphone installiert haben. Gleichzeitig hat er das Passwort seines Facebook-Accounts geändert und ihn zusätzlich abgesichert.

Gepäck nicht durchsucht

Der Bericht von Bikkannavar über sein Erlebnis sorgte für weltweites Aufsehen. Ein entsprechender Facebook-Post wurde mehrere Tausend Male geteilt, genauso wie ein Tweet. Gegenüber The Verge erklärte Bikkannavar, dass ihm nicht völlig klar ist, was der Grund für das Verhalten der Beamten war. Sicherheitsbedenken hält er demnach für eine nicht ausreichende Erklärung, da nicht einmal sein Gepäck genau durchsucht wurde.

Der Vorfall kommt rund eine Woche nachdem US-Heimatschutzminister verlautbart hat, dass die Maßnahmen für die Überprüfung von Einreisende noch verschärft werden könnten. Kelly kündigte dabei auch konkret an, dass Passwörter abgefragt werden sollen. „Wenn jemand in unser Land möchte, wollen wir ihn zum Beispiel fragen: Was für Webseiten besuchen Sie? Geben Sie uns das Passwort.“ Wenn sie wirklich in die USA wollten, würden sie kooperieren, wenn nicht, nächster bitte“, so der Heimatschutzminister. Die Ankündigung sorgte bei zahlreichen Datenschützern für Bedenken.