Digital Life
28.01.2017

Nationalbank warnt vor Telefonbetrug

Die Betrüger nutzen Call ID Spoofing, damit es so aussieht, als würde man von der Nationalbank angerufen. Sie fordern Geld, sonst wird angeblich das Konto gesperrt.

Die Österreichische Nationalbank warnt vor einer aktuellen Betrugsmasche. Die Täter rufen an und geben sich als Mitarbeiter der Nationalbank aus. Sie drohen damit, dass das Konto gesperrt wird, falls nicht Geld auf ein anderes Konto überwiesen wird.

Damit der Betrugsversuch glaubhaft erscheint, nutzen sie mehrere Tricks. Per Call ID Spoofing erscheint am Handy-Display der potenziellen Opfer „01/40420“, die tatsächliche Telefonnummer der Nationalbank. Die Betrüger kennen zudem die echten Kontonummern der Personen, die sie anrufen.

Äußert die angerufene Person Zweifel, drohen die Betrüger mit einem Anwalt. Tatsächlich erhält die Person kurz danach einen Anruf von jemand, der sich als Anwalt ausgibt. Auch für die fingierten Anwaltsanrufe wird Call ID Spoofing eingesetzt. Hierfür nehmen die Betrüger Telefonnummern von tatsächlichen österreichischen Anwälten, ua. von Johannes Öhlböck.

Öhlböck warnt deshalb auf seiner Website vor der Betrugsmasche und gibt folgende Tipps:

  • Der Telefonnummer nicht sofort vertrauen.
  • keinesfalls eine Zahlung aufgrund eines Telefonanrufes leisten
  • keine Informationen verraten wie Kontodaten, Geburtsdaten, Adresse, Mailadresse oder ähnliche Daten
  • keine Fernwartungssoftware auf Ihrem Computer installieren
  • Rufen Sie zurück, wenn Sie Zweifel haben, stellen Sie kritische Fragen und verlangen Sie einen Brief. Prüfen Sie dazu die Nummer, die Sie anrufen vorab im Internet.
  • Bringen Sie den Sachverhalt im Zweifel den Strafverfolgungsbehörden ( Polizei, Staatsanwaltschaft, Fernmeldebehörden) zur Kenntnis.

Keine Kontosperrungen

Die Nationalbank weist auf ihrer Website darauf hin, dass sie keine Kontosperrungen durchführt und dies auch nicht veranlassen kann. Wie viele Personen bereits angerufen wurden oder auf die Masche hereingefallen sind, ist nicht bekannt.

Ebenfalls unbekannt ist, wie die Betrüger zu den Telefonnummern und Kontodaten gekommen sind. Die wahrscheinlichste Variante ist, dass die Datensätze einfach gekauft wurden. Auch Telefonmarketing-Firmen, die etwa Gewinnspielteilnahmen, Abos oder Lotterielose verkaufen wollen, greifen auf solche Datensätze zurück.