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Netflix-Index: A1 verdoppelt Geschwindigkeit, UPC holt auf

A1 hat im aktuellen ISP-Geschwindigkeitsindex von Netflix kräftig aufgeholt. Der Telekom-Anbieter hat demnach seine Durchschnittsgeschwindigkeit im Februar beinahe verdoppelt. Mit 3,12 Mbps (Januar: 1,66 Mbps) konnte A1 erstmals die Rote Laterne an Tele 2 übergeben. Auch Tele 2 konnte leicht zulegen, allerdings reichte der Wert von 2,86 Mbps (Januar: 2,26 Mbps) nicht, um den letzten Platz zu vermeiden.

Der ISP-Geschwindigkeitsindex ist eine von Netflix erstellte Rangliste all jener Märkte, in denen Netflix aktiv ist. Dazu werden die Durchschnittsgeschwindigkeiten von Netflix-Kunden während der Stoßzeiten ermittelt und die Ergebnisse der Internet-Anbieter zusammengefasst. Der plötzliche Sprung von A1 kommt wenig überraschend, die Hintergründe sind allerdings unklar. Auf dem Mobile World Congress hieß es noch von verschiedenen Quellen, dass sich A1nach dem Einbruch der Durchschnittsgeschwindigkeit dazu entschlossen habe,am Open-Connect-Programm teilzunehmen. Dabei stellt Netflix den Internetanbietern kostenlos Hardware und Zugang zu seinem Content Delivery Network zur Verfügung, um Netflix-Inhalte schneller auszuspielen.

Kein Vertrag

Dieser Darstellung widerspricht A1-Sprecherin Livia Dandrea-Böhm jedoch gegenüber der futurezone. "Wir haben keinen Kooperationsvertrag mit Netflix. Aber wir arbeiten grundsätzlich mit allen Content-Lieferanten zusammen, um all unseren Kunden die beste Internetqualität bieten zu können. Dazu gehören auch laufende Netzoptimierungen und Kapazitätserweiterungen für den internationalen Verkehr."

Auch die Messergebnisse des Speed-Index werden angezweifelt: "Der Netflix-Geschwindigkeitsindex ist nicht repräsentativ und gibt nicht einmal die Samplegröße der einzelnen Provider an. Er misst die Daten der Netflix-Nutzer und gibt keine Auskunft über die Netzqualität per se. Die Messergebnisse sind von verschiedenen Faktoren abhängig, insbesondere dem Standort des Endgerätes, dem Endgerät selbst, dem Nutzerverhalten, Tarif des Endnutzers, Netzauslastung, etc."

UPC verbessert sich leicht

A1 hatte dem Streaming-Dienst im Oktober 2014 angeboten, ein "bezahltes" Content Delivery Network einzurichten. Nach diesem Modell hätte Netflix an A1 bezahlen müssen, um seine Inhalte auf diesem Weg auszuspielen. Auch UPC lehnte mehrmals eine Teilnahme am Open-Connect-Programm ab. Daran dürfte sich aber nichts geändert zu haben - trotz heftiger Beschwerden von UPC-Kunden. Diese beklagen, dass das Netz vor allem zu Stoßzeiten überlastet sei und Netflix-Streams oftmals nicht wiedergegeben werden können. Ein Umstand, der laut UPC-CEO Eric Tveter oftmals auf überforderte WLAN-Frequenzen zurückzuführen sei.

In Österreich legte UPC zwar leicht zu, mit 3,14 Mbps (Januar: 2,78 Mbps) kann der Anbieter aber nur knapp den vierten Platz vor A1 verteidigen. Ganz im Gegensatz zu den Schweizer Kollegen von UPC Cablecom, die einen ähnlichen Sprung wie A1 hinlegten und drei Plätze gut machen konnten. An der Spitze gab es zudem einen knappen Wechsel: Kabelplus (4,29 Mbps) liegt nun vor Liwest (4,28 Mbps).

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Michael Leitner

derfleck

Liebt Technik, die Möglichkeiten für mehr bietet - von Android bis zur Z-Achse des 3D-Druckers. Begeistert sich aber auch für Windows Phone, iOS, BlackBerry und Co. Immer auf der Suche nach "the next big thing". Lieblingsthemen: 3D-Druck, Programmieren, Smartphones, Tablets, Open Hardware, Videospiele

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