Digital-Life 16.04.2015

Netz rätselt über Mathematik-Aufgabe für Schüler

Wie die Frage nach den Farben eines Kleides beschäftigt nun ein Mathematik-Rätsel viele Internetnutzer. Bei einer Logik-Schulaufgabe scheinen zwei Antworten möglich.

Ist das Kleid blau und schwarz oder hat es doch andere Farben? Geht die Katze nach oben oder nach unten? Diese Fragen beschäftigte erst unlängst tausende Internetnutzer weltweit. Nun ist ein ähnliches Rätsel aufgetaucht. Dieses stammt aus einer Logik-Aufgabe, die Schülern in Singapur gestellt wurde. Anhand weniger Informationen, sollten die Schüler den richtigen aus zehn möglichen Geburtstagen für ein Mädchen namens Cheryl herausfinden.

Die Aufgabe

Albert und Bernard fragen Cheryl nach ihrem Geburtstag. Cheryl legt ihnen zehn mögliche Geburtstage vor: 15., 16. und 19. Mai, 17. und 18. Juni, 14. und 16. Juli, 14., 15. und 17. August. Albert und Bernard bekommen daraufhin jeweils einen Teil der Lösung (Tag bzw. Monat) zugeflüstert. Albert sagt daraufhin: "Ich weiß nicht, wann Cheryls Geburtstag ist, aber ich weiß, dass es auch Bernard nicht weiß." Bernard erwidert: "Zuerst wusste ich nicht, wann Cheryls Geburtstag ist, aber jetzt weiß ich es." Albert ist deshalb überzeugt: "Dann weiß ich jetzt auch, wann Cheryl Geburtstag hat."

Zwei Antworten

Eine Antwort wird von den Urhebern der Aufgabe als die eindeutig richtige gesehen. Dennoch erscheint auch eine zweite Antwortmöglichkeit plausibel. Den Unterschied macht die Interpretation des Aufgabentextes aus. Weiß Albert, dass Bernard die Lösung nicht weiß, weil es ihm von Cheryl gesagt wurde, oder hat er dies deduktiv herausgefunden? Wie der Guardian berichtet, schließen die Urheber der Aufgabe, Teilnehmer der Mathematik-Olympiade in Singapur und Asien, die alternative Interpretationsmöglichkeit aus. Andere Logik-Tüftler sind sich dabei nicht so sicher.

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, ist die gestellte Aufgabe ein typisches Beispiel für die Anforderungen an ostasiatische Schüler. Im internationalen Vergleich nehmen diese gerade bei Mathematik-Beispielen regelmäßig Spitzenplätze ein. Im Unterricht werde mehr Wert auf die Grundlagen des logischen Denkens gelegt, lautet die Erklärung von Kristina Reiss, einer Professorin für Didaktik der Mathematik an der TU München.

( futurezone ) Erstellt am 16.04.2015