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Ausfall

Drei verärgert mit unfreiwilliger "Netz-Pause" Kunden

Am Dienstag war das Daten- und Telefonie-Netz des Mobilfunkers Drei für tausende Kunden für mehrere Stunden nicht verfügbar. "Verantwortlich dafür ist ein teilweiser Server-Ausfall, der in den frühen Morgenstunden passiert ist", so Drei-Unternehmenssprecherin Petra Jakob gegenüber der futurezone. Laut Drei waren knapp 300.000 der insgesamt 3,4 Millionen Drei-Kunden in ganz Österreich betroffen, die Probleme beschränkten sich nicht auf eine bestimmte Region. Entgegen anderslautender Meldungen betraf der Ausfall aber nicht nur ehemalige Orange-Kunden. "Jene Kunden, die auf den ausgefallenen Servern gespeichert sind, haben derzeit kein Netz", so Jakob.

Probleme gelöst

Das Problem wurde laut Drei am frühen Nachmittag behoben, in einem Facebook-Posting um 14:47 Uhr rief man betroffene Drei-Kunden zum Neustart des Handys auf. Sowohl auf Twitter als auch auf Facebook hat Drei derzeit mit einer Flut an Beschwerde-Postings zu kämpfen. Zahlreiche Drei-Kunden fordern Schadenersatz und beklagen, dass Informationen nur über die sozialen Netzwerke verbreitet wurden. Drei verbreitet derzeit über ein Pop-up aber auch Informationen zum Ausfall auf seiner Webseite. Zu einem möglichen Schadenersatz konnte sich Jakob nicht äußern, derzeit sei man "auf die Fehlerbehebung fokussiert."

"Grundsätzlich setzt ein Gewährleistungsfall ein Verschulden voraus", so Daniela Zimmer von der Arbeiterkammer Wien gegenüber der futurezone. Man müsse einem Anbieter vorwerfen können, er habe sich "nicht fachgerecht" verhalten und nicht alles in seiner Macht getan, um den Ausfall zu beheben. Das könne meist nur in einem Schlichtungsverfahren bei der RTR festgestellt werden. Allein im vergangenen Jahr gab es 2.859 Schlichtungsfälle, der Großteil davon wegen zu hoher Rechnungen.

Alles dokumentieren

In den AGB von Drei wird eine Verfügbarkeit von 97 Prozent garantiert, das würde auf das Jahr gerechnet knapp elf Tagen Ausfall entsprechen. Derartige Klauseln sind durchaus üblich in der Branche und laut Zimmer absichtlich "leicht einzuhalten". Bei A1 werden lediglich 95 Prozent garantiert, in den T-Mobile Nutzungsbedingungen ist keine exakte Zahl zu finden. Zimmer rät dennoch, alles so gut wie möglich zu dokumentieren, um eine Chance in einem möglichen Streitschlichtungsverfahren zu haben.

Unglückliche Werbekampagne

Wenn man kein Glück hat, kommt oft auch noch Pech dazu: Heute sind in einigen Tageszeitungen ganzseitige Inserate von Drei aufgetaucht, die eine "Pause" bewerben. Dahinter verbirgt sich eine "Initiative gegen den Alltag", die offenbar zum entschleunigten Leben aufrufen soll.

Unglücklicherweise heißt es darin unter anderem: "Wir drücken den Pause-Knopf für Sie. In dieser Pause sollen Sie kurz innehalten können, staunen, schmunzeln, genießen oder einfach nur für ein paar Minuten die Seele baumeln lassen. Und… man kann in dieser Pause auch mal das Handy abschalten." Während so mancher Twitter-Nutzer im Scherzeinen "einzigen riesigen PR-Stunt"hinter dem Netz-Ausfall vermutet, dementiert Drei sofort. Es sei lediglich ein "blöder Zufall", die Pause habe sich nicht auf das Netz bezogen.

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