Digital Life
05.11.2012

Neuseeland: Dotcom will Unterseekabel verlegen

Kim Dotcom, Gründer von Megaupload, möchte die Bandbreite des Inselstaates verdoppeln und den Neuseeländern kostenloses Internet anbieten. Die Kosten dafür sollen von Klagen gegen die US-Regierung sowie Filmstudios getragen werden.

Der exzentrische Megaupload-Gründer und Unternehmer Kim Dotcom hat angekündigt, er wolle die neuseeländische Bevölkerung mit kostenlosem Internet versorgen und ein neues Unterseekabel zwischen den USA und Neuseeland legen, das die verfügbare Bandbreite verdoppeln würde. Lediglich Unternehmen sowie Geschäftskunden sollten künftig für den Internetzugang in Neuseeland bezahlen müssen. Dotcom will diesen ehrgeizigen Plan durch mehrere Klage gegen die US-Regierung sowie Filmstudios ermöglichen, die aufgrund der "unrechtmäßigen und politischen Zerstörung" seines Unternehmens nun Schadenersatz leisten sollen. Ob Dotcom aber selbst bei einem Sieg ausreichend Mittel zur Verfügung hätte, darf bezweifelt werden. So plante das neuseeländische Unternehmen Pacific Fibre bis vor wenigen Monaten noch selbst ein derartiges Glasfaserkabel, musste aber im August bekannt geben, dass es die Finanzierung des 250 Millionen Euro-Projekts nicht stemmen kann.

"Ihr braucht keinen Asphalt, ihr braucht Glasfaser!"
Dotcom steht derzeit selbst noch vor eigenen Problemen. Im März steht ihm eine Verhandlung bevor, in der über seine Auslieferung an die USA entschieden werden soll. Nachdem die Hausdurchsuchung im Juli für illegal befunden wurde, stehen die Chancen von Dotcom auf einen Sieg gut. Über Maßnahmen wie das kostenlose Internet versucht Dotcom nun die öffentliche Meinung über ihn zu ändern. So sagte er gegenüber dem New Zealand Herald, dass die derzeitige Regierung vor allem auf den Ausbau des Straßennetzwerkes bedacht sei. "In 10 bis 15 Jahren arbeitet ohnehin jeder von zu Hause aus. Ihr braucht keinen Asphalt, ihr braucht Glasfaser!" Trotz der Populismus-Vorwürfe zeigen sich einige Politiker und Vertreter der Telekommunikationsbranche von der Idee angetan. "Wenn es jemand schafft, so einen Plan umzusetzen, dann ist es Dotcom.", sagt Paul Brislen, CEO der Lobbying-Organisation Telecommunications Users Association of New Zealand

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