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Digital Life
06/23/2016

Noch wenig Vertrauen in intelligente Stromzähler

Laut einer aktuellen Umfrage in Deutschland fehlt einem Großteil der Bürger das Vertrauen in den Datenschutz.

Das Vertrauen in intelligente Stromzähler ist unter den Verbrauchern in Deutschland noch nicht sehr ausgeprägt. Das ergab eine Umfrage, die der IT-Sicherheitsspezialist Kaspersky Lab beim Analysedienst Statista in Auftrag gegeben hat. Die Ergebnisse legten nahe, dass es noch „erheblichen Aufklärungsbedarf“ in der Bevölkerung gebe, sagte Kaspersky-Manager Holger Suhl. Mehr Akzeptanz werde nur entstehen, wenn Datenschutzbelange nachvollziehbar und die Sicherheit der Infrastruktur gewährleistet seien.

Der sichere Einsatz intelligenter Messsysteme und Stromzähler („Smart Meter“) ist auch Bestandteil eines Gesetzentwurfs zur Digitalisierung der Energiewende, den der Bundestag am Donnerstag beschließen will.

„Gläserne Bürger“

Sorgen, die neue Technik führe zu „gläsernen Bürgern“ und sammle massenhaft Daten zum privaten Stromverbrauch, hält Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) für unbegründet. Es werde einen wasserdichten Datenschutz geben, hatte er im vergangenen Jahr gesagt. Bei privaten Haushalten beginnt der Einbau ab dem Jahr 2020. Die digitalen Stromzähler müssen die Kunden bezahlen.

Der Umfrage zufolge setzen 37 Prozent der Befragten Vertrauen in die „Smart Meter“ zur digitalen Erfassung und Abrechnung der Verbrauchsdaten. 32 Prozent lehnen diese Aussage jedoch ab, 31 Prozent waren unentschlossen. In Sachen Datenschutz und Cybersicherheit bei großen Unternehmen und Dienstleistern haben demnach 71 Prozent der Nutzer Sorgen geäußert. 69 Prozent gehen davon aus, dass die Digitalisierung das Leben „gläsern“ mache.