Digital Life
06.10.2010

Österreich: Verlassen junge User Facebook?

Laut jüngsten Zahlen verlor Facebook in der Zeit von Juli bis Oktober 2010 etwa 34.000 User in Österreich. Auffallend war hier besonders der Schwund bei den 13- bis 29-Jährigen.

Georg Holzer hat in seinem Blog //Digirati// Zahlen veröffentlicht, wonach junge User in Österreich scheinbar eher dazu neigen das Social Network zu verlassen, als ältere User. So ist ersichtlich, dass Facebook in der Zeit von 7. Juli bis 5. Oktober 2010 deutliche User-Rückgänge bei den 13- bis 29-Jährigen zu verzeichnen hatte. Bei Usern über 29 ist das Bild differenziert, so konnten hier vorwiegend Zuwächse verzeichnet werden. Insgesamt fällt die Bilanz jedoch negativ aus, Facebook verlor in der Zeit von Juli bis Oktober 2010 etwa 34.000 User bzw. Accounts.

Angesichts vergangener Meldungen über die gewaltigen Zuwächse von Mark Zuckerbergs Social Network scheinen diese Zahlen überraschend und unerwartet zu kommen. Es existieren jedoch verschiedene Erklärungsmodelle: So ist zum Beispiel nicht ganz klar, wie die angesprochen Facebook-Zahlen zustande kommen, relativ gesichert ist nur, dass diese nicht der absoluten Zahl angemeldeter User entsprechen, sondern nur die aktiven User darstellen. Wie genau "aktiv" definiert ist, lässt sich nur erahnen. Am wahrscheinlichsten ist hier, dass ein User dann als "aktiv" gilt, wenn er sich ein mal pro Kalendermonat in sein Facebook-Profil einloggt.

Zenit in dieser Altersgruppe erreicht

Gerald Bäck, Geschäftsführer von Digital Affairs, einer österreichischen Agentur für Social Media und Digital Relations, meinte gegenüber Futurezone.at, dass schlicht und einfach der Zenit in der Altersgruppe 13 bis 29-jähriger erreicht wurde und man nicht von einem plötzlichen Rückgang in der Nutzung von Facebook, oder gar von einer massenhaften, eigeninitiierten Löschung einzelner User ausgehen könne. Er gehe davon aus, dass Facebook im Laufe der vergangenen drei Monate eher eine großflächige Aktion gestartet habe, verwaiste oder Zweitaccounts einzelner User auszusortieren.

Das Wachstum bei den älteren Usern lässt sich Gerald Bäck zufolge am ehesten dadurch erklären, dass in dieser Altersgruppe noch das größte Potential für Facebook vorhanden ist.

Inwieweit das Social Network hier in Zukunft noch wachsen wird, lässt sich aktuell nicht bestimmen. Man kann allerdings davon ausgehen, dass Facebook insgesamt nach wie vor den österreichischen Markt dominieren wird.

( Thomas Prenner)