Digital Life
09.01.2013

"Österreich" zeigt Symbolbild statt Opfer

Wie die Online-Plattform "Kobuk" aufgedeckt hat, setzt die Tageszeitung "Österreich" bei ihren Geschichten mitunter auf Symbolbilder. So zeigte die Zeitung unlängst ein Bild der Frau, die auf die Gleise der U-Bahn gestoßen wurde. Kobuk deckte auf, dass das Bild aus einer Bilderdatenbank stammt.

Die Tageszeitung "Österreich" hatte, wie Kobuk aufgedeckt hat, kürzlich ein Symbolbild auf der Cover-Seite sowie im Blattinneren eingesetzt. Das Bild ist stark verpixelt und wurde zudem mit einem schwarzen Balken versehen, denn schließlich soll es ein Opfer darstellen - und zwar soll es diejenige Frau zeigen, die vor wenigen Tagen in Wien auf die Gleise der U-Bahn gestoßen wurde. Unter dem Foto steht: "Das Opfer. Nelly W. (36)".

Tatsächlich handelt es sich laut Kobuk bei dem Bild allerdings um ein Symbolfoto einer Schwarzafrikanerin aus der Getty-Bilderdatenbank. Die Tageszeitung " Österreich" hat das Foto zwar gespiegelt, verpixelt und mit Balken versehen, aber aufgrund einiger Details konnte Kobuk dieses dennoch als Agenturbild entlarven. Im Kobuk-Faksimile der Tageszeitung ist jedoch auf der besagten Seite im Blattinneren ein kleiner Hinweis (rechts unter dem Bildtext in weißer Schrift) zu sehen, dass es sich um ein "Symbolfoto" handelt.

Grenzen verschwimmen
"Österreich" hat bereits in der Vergangenheit öfters mit Symbolbildern gearbeitet - und zwar zeigte die Zeitung im Sommer einen kleinen Buben, der sich verirrt hatte (hier waren die Augen mit einem schwarzen Balken abgedeckt), sowie den "faulsten Lehrer Österreichs" - beides waren Symbolbilder. Dadurch verschwimmt die Grenze zwischen Gefundenem und Erfundenem - ein echter Vorfall wird mit einem unechten Bild "aufgemotzt".

Wie bereits mehrfach berichtet, werden von manchen Zeitungen nicht nur Symbolbilder eingesetzt, sondern Bilder auch manipuliert (wie es z.B. die " Kronen Zeitung" bei der

auf der Flucht durch eine zerbombte Stadt gemacht wurde).

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