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UMFRAGE

Österreicher mehrheitlich für Wikileaks

Mit den von Marketagent ermittelten Werten erzielt Wikileaks aktuell dieselbe Bekanntheit wie Twitter, das auf ähnliche Werte in der Bevölkerung kommt. Dass die Aufdeckungsplattform unterstützenswert ist, meint immerhin noch jeder zweite. 15,2 Prozent der 1500 Befragten im Alter zwischen 14 und 65 kann sich zudem einen finanzielle Unterstützung der Seite vorstellen.

Laut Studie sind vor allem Männer von der Plattform begeistert und können sich in weitaus größerem Maße vorstellen, die Plattform zu unterstützen. Als weiteres interessantes Detail haben die Meinungsforscher herausgefunden, dass Wikileaks-Gründer Julian Assange hierzulande bereits einen höheren Bekanntheitsgrad (58,8 Prozent) als Apple-Chef Steve Jobs (36,9 Prozent) oder gar Microsoft-CEO Steve Ballmer (12,1 Prozent) besitzt.

Der Umfragezeitraum lief von 17.12.2010 bis 26.12.2010 - also in der Zeit, als die mediale Berichterstattung über Wikileaks und Assange ihren Höhepunkt erreichte.

Assange erneut vor Gericht

Gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange hat am Dienstag indes ein Auslieferungsverfahren begonnen. Assange musste nach seiner Freilassung auf Kaution kurz vor Weihnachten am Dienstag erneut in London vor Gericht erscheinen. Die schwedische Justiz wirft Assange Vergewaltigung und sexuellen Missbrauch vor und will ihm den Prozess machen.

Das Londoner Gericht legte am Dienstag den 7. und 8. Februar für die Anhörung zu einem Gesuch der schwedischen Justiz fest, die den 39-jährigen Australier wegen des Verdachts auf Vergewaltigung und sexuellen Missbrauch befragen will. Parallel zu dem Strafverfahren in Schweden wird nach Medienberichten in den USA eine Anklage gegen Assange vorbereitet. US-Vize-Präsident Joe Biden hatte Assange als "High-Tech-Terroristen" bezeichnet.

"Wikileaks der Redefreiheit verpflichtet"

In einer vor dem Gerichtstermin veröffentlichten Erklärung verurteilte Assange die brutale Rhetorik zahlreicher US-Politiker gegen seine Person. Der Australier, der von Morddrohungen gegen sich berichtet hat, zog dabei Parallelen zu dem Attentat auf die US-Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords im US-Bundesstaat Arizona am Wochenende.

"Keine Organisation irgendwo in der Welt ist der Redefreiheit mehr verpflichtet als Wikileaks", erklärte Assange. "Aber wenn hochrangige Politiker und nach Aufmerksamkeit suchende Medien-Kommentatoren dazu aufrufen, bestimmte Gruppe oder Menschen zu töten, sollten sie wegen der Anstiftung zum Mord angeklagt werden." Wer zum Mord aufrufe, trage "einen genauso großen Anteil der Schuld wie diejenigen, die eine Waffe hochnehmen, um den Abzug zu drücken".

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(futurezone/apa)

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