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Gallup-Umfrage
04/25/2013

Österreicher telefonieren mehr denn je

23 Milliarden Minuten haben die Österreicher im Vorjahr mobil telefoniert, das ist ein Anstieg von gut zwei Prozent gegenüber dem Jahr 2011. Seit 2009 haben die Gesprächszeiten um 1,5 Milliarden Minuten zugenommen - trotz der explosionsartigen Verbreitung von Internet und somit Mailempfang am Handy.

Der Siegeszug des Smartphones setzt sich in Österreich rasant fort. Laut Gallup-Umfrage im Auftrag des Forums Mobilkommunikation (FMK) besitzt bereits jeder zweite Österreicher ein Smartphone. Dabei gibt es keinen Unterschied zwischen Mann oder Frau, sehr wohl aber beim Alter. So ist der Smartphone-Anteil bei den unter 30-Jährigen mit 79 Prozent am höchsten, während bei den über 60-jährigen lediglich elf Prozent ein solches Gerät angeschafft haben. „Das liegt sicher auch daran, dass ältere Menschen weniger Interesse an technischen Neuentwicklungen haben", erläutert FMK-Vizepräsident Lothar Roitner.  Insgesamt besitzen 96 Prozent des Österreicher ein Mobiltelefon, die Zahl der Verweigerer ist mit vier Prozent stabil.

Nutzung
Eine leichte Veränderung zeigt sich jedoch bei der Handy-Nutzung. Laut Gallup-Befragung geben 83 Prozent der befragten 18- bis 80-jährigen an, ihr Handy täglich zu nutzen, im Vorjahr waren es noch 87 Prozent. „Die tägliche Nutzung wird eingeschränkt, die Abweichungen sind aber gering", erläutert Matthias Pázmándy vom Gallup-Institut. Auch bei der Wichtigkeit gibt es leichte Verschiebungen. Kontakt mit Familie und Freunden ist  nach wie vor unangefochten der Hauptgrund  für die Handynutzung, während die Wichtigkeit für die berufliche Nutzung sowie die Unterhaltungsfunktion rückläufig ist.

Die zunehmende Verbreitung des Smartphones macht sich bei der mobilen Internet-Nutzung bemerkbar. Jeder dritte Handy-Nutzer surft auch im Internet,  29 Prozent nutzen die eMail-Funktion, 27 Prozent auch Apps. Noch ein Randthema ist hingegen der Online-Einkauf sowie der Produktvergleich beim Einkauf. Nur fünf Prozent nutzen dafür ihr Smartphone.

Datenexplosion
Einen extremen Anstieg verzeichnen die Mobilfunker durch das mobile Internet beim Datenvolumen. Im Vorjahr wurden 73 Millionen Gigabyte an Daten übertragen, das ist ein Plus von 65 Prozent gegenüber 2011. „Das Datenvolumen verdoppelt sich alle Jahre", sagt FMK-Geschäftsführerin Margit Kropik. Umgerechnet auf Papier ergäbe das Datenvolumen einen DIN A4-Stapel von 1,5 Millionen Kilometer, in etwa vier mal die Distanz Erde-Mond.

Auch die Anzahl der versendeten SMS stieg trotz zunehmender Nutzung von Social-Media-Diensten erneut leicht auf 8,4 Milliarden an. Kropik führt dies auf die inkludierten SMS-Pakete in den Pauschaltarifen zurück.

Ausbau gefordert
Weil die  bestehenden Mobilfunknetze zunehmend an  ihre Grenzen stoßen, fordern die Netzbetreiber einen weiteren Ausbau der Infrastruktur durch die Vergabe neuer Frequenzen. „Die Vergabe der Digitalen Dividende II (Frequenzbereich unter 800 MHz, Anm.) muss viel schneller vorangetrieben werden als die aktuelle Vergabe der Digitalen Dividende I", so Drei-Chef Jan Trionow in seiner Funktion als Präsident des FMK. Dabei sollen vom Staat auch verstärkt auch Kooperationen der Mobilfunker gefördert werden. Derzeit gibt es in Österreich fast 20.000 Handy-Masten, wovon jede zweite gemeinsam genutzt wird.

Umsatzminus
Trotz nach wie vor steigender Anzahl an Gesprächsminuten ist im Vorjahr der Gesamtumsatz der Mobilfunkbranche  erneut um 0,9 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro gesunken. Das Minus fiel aber nicht mehr so hoch aus als 2011. Das operative Ergebnis (EBITDA) sank um 7,84 Prozent auf 1,32 Milliarden Euro. Die Zahl der Beschäftigten war mit 14.300 leicht rückläufig.  Die Branche hofft – nicht zuletzt durch die Konsolidierung am Markt durch die Fusion von Drei und Orange – auf eine Stabilisierung. „Die Umsätze sinken seit Jahren, die Konsolidierung war ein logischer Schritt", sagt Trionov.

 

Noch überraschender ist, dass auch die Zahl der versandten SMS exorbitant zunimmt. 2012 wurden 8,4 Milliarden Kurznachrichten verschickt, ein Plus von fast 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr, rechnete am Donnerstag das Forum Mobilkommunikation (FMK) vor.