Digital Life
12.05.2016

Online-Karte zeigt Risiko für Naturkatastrophen

Internetnutzer können sich mit dem Risikoradar auf einer interaktive Karte über Risiken zu Sturm, Hagel, Hochwasser und Blitz in ihrer Umgebung informieren.

Rund 700 Millionen Euro hat die Wiener Städtische in den vergangenen zehn Jahren für Schäden bei Naturkatastrophen österreichweit ausbezahlt. Welche Regionen besonders von Sturm, Hagel, Hochwasser oder Blitzschlag betroffen sind, können Internetnutzer nun unter risikoradar.at abfragen. Die interaktive Karte, die die Wiener Städtische in Zusammenarbeit mit der Zentralanstalt für Meterorologie und Gedynamik (ZAMG) bereitstellt, zeigt nach einem Schulnotensystem von eins bis fünf, wie hoch das Risiko von Naturkatasrophen in ausgewählten Gegenden ist.

Nutzer können zwischen zwei Zeiträumen, fünf und zehn Jahre, und vier Wetterereignissen wählen. Auf diese Art erfahren sie zum Beispiel, dass in der Salzburger Gemeinde Mattsee ein sehr hohes Sturmrisiko besteht, der niederösterreichische Ort Tulln besonders stark von Hochwasser betroffen ist und Hagel in Klagenfurt und Umgebung zuletzt beträchtlichen Schaden angerichtet hat. In einer kurzen Beschreibung werden auch markante Wetterereignisse der vergangenen Jahre, etwa Sturmtiefs oder Jahrhunderthochwasser hervorgehoben.

Klimaveränderung

Aufgrund der Klimaveränderungen hätten Naturkatastrophen in den vergangenen Jahren zugenommen, sagte Robert Lasshofer, Generaldirektor der Wiener Städtischen Versicherung, bei der Präsentation des Dienstes am Mittwoch in Wien: "Für Versicherungen ist das eine Herausforderung." Die Schadenszahlen seien in den vergangenen Jahren aber nicht nur wegen dem zunehmenden Auftreten von extremen Wettersituationen gestiegen, sondern auch, weil die versicherten Vermögenswerte höher geworden seine, sagte Lasshofer: "Wo früher ein Heustadl war, steht heute ein 4-Sterne-Hotel."

Keine höheren Prämien

Mit der interaktiven Karte wolle man Internetnutzern die Möglichkeit geben, das Risiko für Schadensfälle "spielerisch" zu analysieren, sagte Lasshofer. Wer in Gegenden mit hohem Risiko für Sturm, Hagel oder Hochwasser lebe, zahle aber deshalb keine höheren Prämien.

In den nächsten Jahren werde die Erwärmung in Österreich weiter zunehmen. Das bringe auch häufigere Wetterschäden mit sich , prognostizierte ZAMG-Direktor Michael Staudinger. "Wir haben eine Entwicklung, die in den nächsten Jahren und Jahrzehnten dramatisch sein wird", meinte der Meteorologe. Informationen über bestehende Risiken könnten dabei helfen, Schäden zu vermeiden.

Die Wiener Städtische will ihren Risikoradar künftig auch um weitere Risiken erweitern. Vorstellbar sei etwa die Einbindung von Zahlen zu Einbrüchen und Diebstählen, sagte Lasshofer.