Digital Life
27.08.2015

Paraflows: Digitale Migration als Leitthema

Zum zehnjährigen Jubiläum widmet sich das Festival „paraflows“ ab 10. September der Migration im digitalen Zeitalter in all ihren Facetten.

Neben einer Ausstellung, einer Konzertreihe und einem Symposion wird es erstmals auch eine eigene Theaterproduktion geben. Sie thematisiert die „ungewöhnliche Migrationsgeschichte“ des heiligen Koloman. Das komplette Programm der zehnten Ausgabe, die unter dem Titel „Digital Migration“ steht, wurde am Donnerstag vorgestellt.

Erster Part des vielschichtigen Festivalvorhabens zu Veränderung ist eine Ausstellung im Künstlerhaus. Dort werden unter anderem Fotografien von Markus Thums zu sehen sein, mit denen er „Boat People“, also Menschen, die übers Meer die Flucht nach Europa wagen, einen Namen und eine Stimme geben will. Die Fotos können auch ersteigert werden - der Erlös kommt dem Verein Ute Bock zugute.

Migration ist nicht nur aktuelles Thema, sondern kann auch Generationen überdauern, wie „Unattended Luggage“ des Kollektivs „Time's Up“ zeigt. Hier soll die Geschichte einer fiktionalen Familie, die über vier Generationen hinweg zwischen Wien und New York pendelt, beleuchtet werden. Auch in Sprache macht sich Migration bemerkbar, wie das Projekt von Ting-Ting Cheng zeigen will: In „The School of Accents“ kann der Betrachter Tutorials starten, in denen Englisch mit verschiedenen Akzenten gesprochen wird.

Symposion

Das dreitägige Symposion, das ab 11. September im Alten Rathaus stattfindet, betrachtet das Thema wissenschaftlich aus drei unterschiedlichen Perspektiven: Techniken - auch digitaler - Konstruktion und Rekonstruktion sollen ebenso im Fokus stehen wie mediale Strategien der Globalisierung und Restaurierung und die Wanderbewegungen heutiger Identitäten. In der begleitenden Konzertreihe wird unter anderem das „Geräuschorchester“ Vienna Noise Orchestra oder die Live-Techno-Formation „gnankn“ zu sehen sein.

Erstmals gibt es auch eine eigene Theaterproduktion des Festivals für digitale Kunst: Mit „Koloman - Der Ausländer, den wir ermordet haben, der uns dann aber doch beschützt“ möchte man vor allem die Wiener Gasthäuser erobern. Ab 14. September sind sechs Aufführungen in Wiener Wirtschaften geplant.