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Neustart
05/16/2011

PlayStation-Netzwerk ist wieder online

Sony hat das Netzwerk wieder freigegeben. Online-Spiele sind möglich, der Store bleibt hingegen noch offline. Spieler müssen vor der Nutzung die Firmware der Konsole aktualisieren und das Passwort ändern. Im Hintergrund wurden die Sicherheitsvorkehrungen drastisch erhöht.

Nach dem gigantischen Datendiebstahl beim Playstation-Hersteller Sony hat der japanische Konzern damit begonnen, seine Onlinedienste schrittweise wieder freizuschalten. In den meisten Gegenden der Welt habe der Prozess bereits begonnen, teilte der für den Bereich Videospiele zuständige Sony-Vertreter Kazuo Hirai am Sonntag per Video im Playstation-Blog mit. Zu den Regionen, die nun wieder sukzessive online gehen, zählen neben den USA und Europa Südamerika, der Nahe Osten, Neuseeland sowie Australien. Wobei der Dienst in Länder nicht immer gleich 100 Prozent verfügbar sein kann. In den USA etwa wurde das Netzwerk erst für bestimmte Bundesstaaten freigegeben. Asien und Afrika werden ebenfalls erst später folgen. Zudem sind vorerst nicht alle Funktionen verfügbar: Während Online-Gaming wieder möglich ist, muss auf den Online-Shop noch verzichtet werden. Der Store soll jedoch bis spätestens 31. Mai wieder zur Verfügung stehen.

Mehr Firewalls und Sicherheitsvorkehrungen
Um im Playstation Network wieder online gegeneinander antreten zu können, müssen Besitzer der Playstation 3 zunächst aber die Firmware ihrer Spielekonsole auf die neue Version 3.61 aktualisieren. Außerdem müsse das Passwort geändert werden. Dies gelte auch für den Filmdienst Qriocity, der ebenfalls wieder anlaufen solle. Laut Sony wurde die Sicherheit des Netzwerkes drastisch erhöht. Es werden nun deutlich mehr Firewalls eingesetzt, der Grad der Verschlüsselung angehoben. Weiters kommen zusätzliche Programme zum Einsatz, die den Netzwerkverkehr analysieren und die bei Attacken sowie System-Schwachstellen sofort Alarm schlagen. Schließlich wurde innerhalb des Konzerns ein neuer Posten geschaffen: Der neue Chief Information Security Officer ist ab sofort für die Sicherheit des PlayStation-Systems sowie anderer Sony-Netzwerke verantwortlich. Der Posten wird interimistisch von Fumiaki Sakai (Sony Global Solutions) besetzt, der eigentliche Verantwortliche soll demnächst vorgestellt werden.

Abermalige Entschuldigung für die Vorfälle
Hirai entschuldigte sich bei den Nutzern erneut für die Unannehmlichkeiten, die durch den Ausfall der Onlinedienste entstanden seien, und bedankte sich für die Geduld. Bei dem Angriff waren Sony im April Millionen von Nutzerdaten gestohlen worden. Als Reaktion darauf hatte der Konzern das Playstation Network für Konsolenspieler sowie den Musik- und Videoservice Qriocity komplett abgeschaltet. Bei Playstation Network und Qriocity sind weltweit 77 Millionen Nutzerkonten registriert, davon 32 Millionen in Europa.