Digital Life
27.12.2016

Polizei will Mord mit Amazon Echo aufklären

Die Polizei fordert von Amazon die Herausgabe der Sprachaufzeichnungen eines smarten Echo-Lautsprechers. Dessen Besitzer steht unter Mordverdacht.

Dass Smartphones bei der Aufklärung von Verbrechen helfen sollen, ist nichts neues. Dass jetzt auch Internet-of-Things- und Smart-Home-Geräte für Behörden interessant werden, ist für Datenschützer bedenklich.

Wie The Information berichtet, untersuchen Behörden einen Mordfall in Bentonville, Arkansas. In dem Haus des Verdächtigen wurde eine Leiche gefunden. Der Verdächtige besitzt mehrere smarte Geräte, darunter einen Amazon Echo. Die Polizei hat Amazon aufgefordert, die Daten des Echo-Lautsprechers freizugeben. Für die Spracherkennung und andere Services sendet Echo regelmäßig Daten zu den Amazon-Servern.

Eigentlich reagiert der Sprachassistent des Geräts nur auf Schlüsselwörter. Um diese aber zu erkennen, ist er immer im Lausch-Modus. Deshalb hofft die Polizei, dass der Echo möglicherweise etwas aufgeschnappt hat, was zur Aufklärung des Mordfalls beiträgt. Amazon hat sich aber geweigert, die Daten auf dem Server freizugeben. Zwar haben die Behörden Daten von dem Echo extrahieren können, allerdings ist nicht klar, worum es sich dabei handelt.

Smarter Wasserzähler

Die Polizei zapft für diesen Mordfall auch die Daten eines anderen IoT-Geräts an. So soll ein smarter Wasserzähler die Information geliefert haben, dass zwischen 1 und 3 Uhr nachts 529 Liter Wasser verbraucht wurden. Da die Leiche im Whirlpool des Verdächtigten gefunden wurde, gehen die Ermittler davon aus, dass das Wasser genutzt wurde, um Beweise wegzuspülen.

Der Anwalt des Verdächtigen verurteilt die Auswertung der Daten der Smart-Home-Geräte. Die Exekutive nutze Technologie, die eigentlich die Lebensqualität verbessern solle, gegen ihre Besitzer. Auch Datenschützer stehen dem Zugriff der Polizei auf Smart-Home-Geräte kritisch gegenüber. Abgesehen von dem Eindringen in die Privatsphäre sei es durchaus möglich, dass Daten falsch ausgelegt werden und deshalb Personen zu Unrecht verurteilt werden. Auch stelle sich die Frage, ob die Daten einiger IoT-Geräte präzise genug sind, um vor Gericht als Beweis für Verbrechen zu dienen.