Digital Life
11.07.2012

Pornostudios erpressen Bittorent-User

Die US-Amerikanerin Jennifer Barker strebt eine Sammelklage gegen fünf Pornostudios an. Diese sollen über 200.000 Bittorent-User beschuldigen, gegen das Urheberrecht verstoßen zu haben. Die User wurden teils telefonisch kontaktiert, um ihnen eine Bloßstellung anzudrohen, sollten sie nicht freiwillig bis zu 5.000 US-Dollar zahlen.

Die Pornoindustrie der USA haben eine neue Einnahmequelle gefunden, die den in Deutschland gebräuchlichen Abmahnungen ähnelt. Laut der Anklageschrift, mit der die in Kentucky wohnhafte Jennifer Barker eine Sammelklage anstrebt, heuern die Erotikfilm-Studios Personen an, die das Internet nach IP-Adressen durchforsten, die in Zusammenhang mit Bittorrent oder anderen Datentausch-Protokollen stehen. Vor Gericht wird dann eine Klage gegen unbekannt wegen Urheberrechtsverletzung eingereicht. In der Folge müssen die Internetanbieter die Nutzer der IP-Adressen bekannt geben.

Jennifer Barker war eine dieser Nutzerinnen. Sie wurde von einem Vertreter eines Pornostudios angerufen. Dieser drohte ihr an, sie öffentlich wegen des pornografischen Downloads bloßzustellen, falls sie nicht freiwillig eine Zahlung leiste, um sich außergerichtlich zu einigen. Zudem müsse sie im Fall eines Prozesses hunderttausende Dollar Strafe zahlen, weil sie mehrere Filme heruntergeladen habe.

1000 bis 5000 US-Dollar
Die Studios verlangen üblicherweise einen Betrag zwischen 1000 und 5000 US-Dollar von den Usern. Im Fall eines Rechtsstreits würden die Kosten für den Anwalt zur Verteidigung diesen Betrag übersteigen. Sollte wirklich ein Film illegal heruntergeladen worden sein, könnte die Strafe bis zu 150.000 US-Dollar betragen.

Barker, die laut ihren Angaben weder Bittorrent nutzt, noch Pornos heruntergeladen hat, hat nun eine Sammelklage gegen fünf Studios eingereicht (PDF): Elegant Angel, Malibu Media, K-Beech, Third Degree Films und Raw Films. Laut Barker kann sie mit der Sammelklage über 200.000 User vertreten, die in den vergangenen Jahren zu unrecht beschuldigt und genötigt wurden. Sie fordert 10 Millionen US-Dollar Schadensersatz wegen Betrug, Verleumdung und unrechtmäßiger Bereicherung. Ihr Anwalt behält sich vor, die Klage auf weitere Studios auszuweiten.