Digital Life
08/23/2013

PRISM half bei Dotcom-Verhaftung

Wie Dokumente der neuseeländischen Behörden nun zeigen, wurde das Bespitzelungsprogramm der NSA auch bei den Ermittlungen gegen den Megaupload-Gründer Kim Dotcom eingesetzt.

Laut neuen Polizeidokumente hat die Polizei von Neuseeland auch direkten Zugriff zu US-Überwachungssystemen wie PRISM. Aufgedeckt hat das Keith Ng, der auf seinem Blog schreibt, dass die Organised and Financial Crime Agency New Zealand (OFCANZ) im Fall Kim Dotcom Unterstützung von dem neuseeländischen Nachrichtendienst Government Communications Security Bureau (GCSB) haben soll. In diesem Zusammenhang wurden auch Dokumente herausgegeben, die sogenannte „Selectors“ oder Suchbegriffe enthalten, mit denen Dotcoms Traffic analysiert wurde.

Diese Selectors sind ein Schlüsselelement bei der Überwachung mithilfe des PRISM-Programms, wie der Guardian durch Dokumente des Whistleblowers Edward Snowden aufgedeckt hat. Die USA und Neuseeland tauschen Geheimdienstinformationen bereits seit 1947 im Rahmen des sogenannten Five-Eyes-Abkommen aus.

Neben Dotcom selbst wurden auch seine Frau Mona sowie die Megaupload-Mitbegründer Bram van der Kolk und Sven Ecthernach elektronisch überwacht. Später stellte sich dieses Vorgehen der neuseeländischen Behörden als teilweise

heraus, da Dotcom zu dem Zeitpunkt bereits eine Aufenthaltsgenehmigung in Neuseeland hatte.

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