Ross Ulbricht soll der Drahtzieher des Darknet-Marktplatzes Silk Road gewesen sein.

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Gericht
01/14/2015

Prozess gegen mutmaßlichen Silk-Road-Gründer hat begonnen

Die Online-Handelsplattform Silk Road war ein beliebter Drogenumschlagplatz. Der mutmaßliche Gründer Ross Ulbricht steht jetzt vor Gericht.

Der mutmaßliche Drahtzieher des illegalen Online-Handelsplatzes Silk Road muss sich seit Dienstag vor einem US-Bundesgericht in New York verantworten. Der Prozess gegen den 30-jährigen Ross William Ulbricht, der unter dem Pseudonym "Dread Pirate Roberts" den Drogenumschlagplatz im Internet betrieben haben soll, begann mit der Auswahl der Geschworenen.

Ein Urteil wird in vier bis sechs Wochen erwartet. Neben Suchtgift konnten Internetnutzer auf Silk Road auch Waffen und gefälschte Ausweise kaufen sowie Auftragsmörder anheuern. Ulbricht plädierte auf nicht schuldig. Er sagt, er habe Silk Road zwar gegründet, habe die Seite dann aber verlassen. Er sei nicht Dread Pirate Roberts. Die wahren Hintermänner hätten ihn zurückgeholt, um ihn als Sündenbock zu benutzen, sagt Ulbricht laut arstechnica.

Nachahmer

Die Bundespolizei FBI und die Drogenbehörde DEA hatten mehr als zweieinhalb Jahre nach "Dread Pirate Roberts" gesucht. Die Ermittlungen waren knifflig, weil Silk Road über verschlüsselte Internetverbindungen lief. Die Transaktionen wurden anonym über die Digitalwährung Bitcoin abgewickelt. Die Seite, eine Art Ebay für illegale Güter, hatte hunderttausende Nutzer rund um die Welt. Im Oktober 2013 nahm das FBI Ulbricht dann in einer Bibliothek in San Francisco fest.

Dem Angeklagten werden unter anderem Drogenhandel, Geldwäsche und Verschwörung zum Computer-Hacking vorgeworfen. Bei einer Verurteilung droht ihm im schlimmsten Fall lebenslange Haft. Die US-Justiz beschlagnahmte bei den Ermittlungen gegen Silk Road nach eigenen Angaben Bitcoins im Wert von mehr als 150 Millionen Dollar (126 Millionen Euro). Im November schlossen die Behörden eine neue Version Silk Road, gegen vier Verdächtige läuft ein Strafverfahren.