Digital Life
27.06.2014

Puls 4 klagt Google wegen YouTube-Uploads

Privatsender Puls 4 legt sich mit Google an und klagt laut Medienberichten das Unternehmen, da der Sender nichts gegen das Hochladen von Puls-4-Content auf YouTube unternehme.

Puls 4 klagt das Unternehmen, da der Sender seine Urheberrechte verletzt sieht, erklärte Geschäftsführer Markus Breitenecker gegenüber dem Standard und dem Branchenmagazin Horizont. Im Kern geht es dabei um die zu Google gehörende Videoplattform YouTube, wo User Inhalte hochladen können. Der Internetkonzern wies die Kritik auf futurezone-Anfrage zurück.

"Google stiehlt"

Puls 4 klagt nun auf Unterlassung, da YouTube Beihilfe zur Urheberrechtsverletzung leiste. „Wir wehren uns dagegen, dass es YouTube ermöglicht, von uns hergestellte Inhalte illegal hochzuladen, ohne zu fragen und ohne Urheberrechte abzugelten“, so Breitenecker. „Das ist praktisch Diebstahl unserer Inhalte. Juristisch: eine Verletzung unserer Urheberrechte.“ Seinen Angaben zufolge finde sich „täglich mindestens ein“ Video aus dem Puls 4-Programm auf der Plattform, die „jedenfalls Beihilfe zur Verletzung von Urheberrechten“ leiste. „Vielleicht stiftet die Plattform sogar dazu an.“

YouTube wisse, welche Inhalte hochgeladen werden, „sonst würden strafrechtlich relevante Videos ja nicht gesperrt“, monierte Breitenecker im Standard. Zudem würden die Clips sortiert, nach Themen geordnet und verknüpft. Für den Puls 4-Chef eindeutig eine „redaktionelle Bearbeitung“. Und da zusätzlich zu den Videos Werbung vermarktet wird, komme aus seiner Sicht auch das Wettbewerbsrecht ins Spiel. Trotz der marktbeherrschenden Position müsse sich Google „zumindest an die Gesetze halten“.

Google/YouTube hält dagegen

Bei Google hält man sich bislang hinsichtlich der Causa bedeckt. Die futurezone-Anfrage zur angedrohten Puls-4-Klage beantwortete ein YouTube-Sprecher lediglich mit einem standardisierten Statement: "YouTube nimmt den Schutz von Urheberrechten sehr Ernst. Wir haben modernste Werkzeuge entwickelt, damit Rechte-Inhaber ihre Inhalte auf YouTube aufspüren und dann selbst entscheiden können, welche Videos sie entfernen oder mit welchen sie Geld verdienen wollen." Auf Puls 4 ging das schriftlich übermittelte Statement nicht weiter ein.