Nordrhein-Westfalen/ ARCHIV: Anke Schaeferkordt, Geschaeftsfuehrerin der RTL TV Group, posiert im Sendezentrum des Senders in Koeln bei der Vorstellung der Programmhighlights fuer 2011/2012 (Foto vom 19.07.11). Der RTL-Vermarkter IP Deutschland setzt kuenftig auf eine aeltere Werbezielgruppe. Ab 2013 werden fuer RTL, Vox, n-tv und Super RTL die Quoten nur noch fuer die Altersgruppe der 20- bis 59-Jaehrigen ausgewiesen, statt wie bisher fuer die 14- bis 49-Jaehrigen sagte eine Sprecherin des Unternehmens IP Deutschland, das die Werbevermarktung fuer die RTL-Gruppe uebernimmt, und bestaetigte damit einen Bericht der "Financial Times Deutschland" (Dienstagausgabe vom 14.08.12). (zu dapd-Text) Foto: Roberto Pfeil/dapd

© AP/Roberto Pfeil

Digital Life
10/24/2017

RTL-Chefin rechnet mit Werbung bei Netflix und Co

Streaming-Angebote wie Netflix oder Amazon Prime könnten künftig auch Werbung zeigen, meint RTL-Chefin Anke Schäferkordt.

Anke Schäferkordt, Chefin der Mediengruppe RTL, glaubt, dass auch die Streamingdienste den Werbemarkt im Visier haben. "Langfristig könnte sich wohl auch Netflix für Werbung öffnen, ähnlich wie der Bezahlsender Sky es getan hat", sagte Schäferkordt in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstagsausgabe).

"Und da Amazon in den USA den Werbebereich gerade insgesamt stark ausbaut, ist es nicht ausgeschlossen, dass mittelfristig auch bei Amazon Prime Werbung laufen wird", so die 54 Jahre alte Medienmanagerin.

Regionale Inhalte produzieren

Mit einem Verlust an Zuschauern rechnet Schäferkordt fürs traditionelle TV so schnell nicht. Allerdings räumte sie ein: "Junge Leute sitzen immer weniger vor dem linearen Fernsehprogramm, 2016 waren es aber immer noch 118 Minuten am Tag, das ist sicher mehr, als jede Art von Streaming- und Onlineangebot erzielt. Unsere Kernzielgruppe sind jedoch Erwachsene zwischen 14 und 59 Jahren. Die deutsche Gesellschaft ist ja auch überwiegend älter als 25, das zeigt sich auch in der Fernsehnutzung."

RTL will sich mit Eigenproduktionen für die Zukunft wappnen: "Die Mediengruppe RTL hat 2017 rund eine Milliarde Euro in Inhalte investiert, ein Großteil dieser Investitionen stärkt übrigens unmittelbar die nationale Kreativwirtschaft", sagte Schäferkordt weiter. "In Deutschland produzierte Inhalte sind nah an den Interessen unserer Zuschauer, und das bringt uns einen Wettbewerbsvorteil gegenüber internationalen Streaming-Diensten, die vor allem auf amerikanische Serien setzen."