Industriespionage
11/08/2010

SAP in Spionageprozess unter Druck

Schwere Vorwürfe des Kronzeugen Larry Ellison

Für den deutschen Softwarekonzern SAP wird es im Industriespionageprozess vor einem kalifornischen Gericht brenzlig: Der Chef des klagenden US-Konkurrenten Oracle, Larry Ellison, hat am Montag im Zeugenstand mit milliardenschweren Schadenssummen hantiert. Der für seine aufbrausende Art bekannte Ellison ist der Kronzeuge im Verfahren und wirft dem Erzrivalen aus dem baden-württembergischen Walldorf schweren Datendiebstahl vor.

Mitarbeiter der inzwischen geschlossenen SAP-Wartungstochter TomorrowNow hatten mehrfach unrechtmäßig Daten von der Website des Konkurrenten heruntergeladen, um dessen Software im Auftrag von Firmenkunden pflegen zu können. Ellison bezifferte den Wert einer regulären Lizenz auf rund 4 Milliarden Dollar. "Wenn sie die Software gratis bekommen könnten, hätten wir große Schwierigkeiten, unsere Mitarbeiter zu bezahlen", sagte Ellison nach Angaben der Finanz- Nachrichtenagentur Bloomberg vor Gericht.

SAP wollte über den Umweg einer günstigen Wartung Oracle die Kunden abspenstig machen und letztlich für die eigenen Programme gewinnen. Das Unterfangen scheiterte allerdings, SAP machte TomorrowNow dicht. Fraglich ist, inwiefern die SAP-Führung von den Umtrieben ihrer US-Tochter wusste. Für den finanziellen Schaden will SAP geradestehen. Mit den gebotenen Millionen sind die Deutschen aber weit von den Forderungen der amerikanischen Gegenseite entfernt.

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(dpa)

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