Digital Life
04.08.2011

Schlag gegen Cyberkriminelle in Südkorea

Ein internationaler Verbrecherring soll mit Hilfe von Cyber-Kriminellen aus Nordkorea virtuelle Güter aus Onlinespielen entwendet und damit eine Millionenbeute gemacht haben. Auch die nordkoreanische Regierung soll davon profitiert haben.

Fünf Verdächtige, darunter vier Südkoreaner und ein Chinese koreanischer Herkunft, wurden in diesem Fall festgenommen, wie die "Kore Times" unter Berufung auf die Polizei in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul am Donnerstag berichtete. Ihnen wird die Produktion und Verteilung von Software vorgeworfen, mit deren Hilfe virtuelle Güter  aus Onlinespielen entwendet wurden.

Spuren nach Nordkorea

Die Beschuldigten hätten mit mehr als 30 Personen zusammengearbeitet, die an Elitehochschulen im kommunistischen Nordkorea ausgebildet worden seien, hieß es. Auch gegen weitere mutmaßliche Mitglieder der Organisation werde ermittelt. Die Bande soll die Nordkoreaner in China für ihre Pläne rekrutiert haben.

Zusammen mit den Nordkoreanern hätten Mitglieder des Rings Programme entwickelt, mit deren Hilfe man in Spieleserver eindringen könne. Die Programme seien dann an Klienten in China und Südkorea weitergeleitet worden. Die auf den Spiele-Plattformen entwendeten virtuellen Güter wurden weiterverkauft. Auf diese Weise habe die Bande seit Juni 2009 mehr als sechs Milliarden Won (etwa vier Millionen Euro) erbeutet.

Überweisungen an Regime in Pjöngjang
Das Geld wurde den Angaben zufolge mit den Tätern aus Nordkorea geteilt. Die Polizei verdächtigt diese, einen Teil des Geldes an das Regime in Pjöngjang überwiesen zu haben. Südkoreanische Behörden beschuldigen Nordkorea, für eine Reihe von Cyberangriffen in Südkorea in den vergangenen Jahren verantwortlich zu sein.

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