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Hacker's List
01/18/2015

Plattform vermittelt Hacker "schnell und anonym"

Wer einen professionellen Hacker buchen möchte, kann dies über eine Webplattform tun. Die Hintergründe und die rechtliche Absicherung sind allerdings noch unklar.

Eine kuriose Vermittlungsplattform geistert derzeit in US-Medien herum. Wie unter anderem die New York Times berichtet, wirbt die Webseite Hacker's List damit, schnell und anonym Leute für Hacking-Jobs organisieren zu können. In seinen Service-Bedingungen weist der Dienst zwar explizit darauf hin, dass keine illegalen Tätigkeiten toleriert werden. Die von Usern aufgelisteten Projekte handeln bisher allerdings beinahe nur vom Hacken von E-Mail- oder Facebook-Accounts und anderen kaum legal zu rechtfertigen Aufgaben.

Gute vs. böse Hacker

Dass der Begriff Hacker in der medialen und öffentlichen Wahrnehmung meist negativ besetzt ist, liegt wohl in der Vielzahl an Cyberattacken, in denen Systeme torpediert und etwa Passwörter oder Kreditkartendaten entwendet wurden. Ein Blick auf die registrierten Hacker zeigt, dass die Mehrheit allerdings ethisches Hacking (White Hacking), Computerforensik und etwa Datenwiederherstellung als Fähigkeiten anführt. Ethische Hacker arbeiten etwa mit Unternehmen zusammen, ob diese für Hacks mit kriminellen Absichten zu schützen bzw. Systeme sicherer zu machen.

In der Beschreibung des eigenen Angebots bzw. der Zielsetzung bleibt die US-Plattform allerdings recht vage. Vielmehr heißt es dort: "Einen Hacker zu buchen, sollte kein schwieriger Prozess sein. Auf Hacker's List wollen wir die beste Möglichkeit bieten, damit Sie ihren idealen Hacker finden." Über 500 Hacking-Jobs sind derzeit online, mit teils kuriosen Anforderungen.

Schulnote ändern

Ein User will 300-600 Dollar ausgeben, wenn seine Schul- oder Uni-Note im System verändert wird. Ein anderer möchte den Server des Android-Games "Iron Force" hacken, um virtuelle Diamanten und Geld im Spiel zu erhalten. Andere User wollen alte E-Mail-Accounts, für die der Zugang verlorengegangen ist, wieder zugänglich haben oder Bilder und Content von Suchmaschinen wie Google und Bing entfernen lassen.