Digital Life
11.03.2012

Schule verlangte Facebook-Login von 12-Jähriger

Im Bundesstaat Minnesota wurde ein Mädchen nach einem angeblichen Gespräch über Sex auf Facebook zur Herausgabe ihrer Logindaten gezwungen. Nun geht sie mit Hilfe der Bürgerrechtsorganisation ACLU gegen die Schule vor.

Der Umgang mit Facebook und privaten Daten ist nach wie vor schwierig - das zeigt nun auch ein Fall aus den USA. Dort ist ein 12-jähriges Mädchen im Bundesstaat Minnesota nicht nur für Aussagen, die sie auf dem sozialen Netzwerk getätigt hat, von ihrer Schule bestraft worden sondern wurde auch zur Herausgabe ihrer Logindaten gezwungen. Nun versucht sie sich mit Hilfe der Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union, kurz ACLU, gerichtlich gegen die Schulverwaltung vorzugehen.

Verrat an die Schulleitung
Insgesamt kam es zu drei Vorfällen. Zunächst beschwerte sich das Mädchen in einem Facebook-Posting über eine erwachsene Aufsichtsperson, von der sie sich ungerecht behandelt fühlte und schrieb, dass sie sie hassen würde. Der Direktor der Schule erfuhr davon und ließ sie nachsitzen sowie bei der Aufsicht entschuldigen. Erbost darüber schrieb sie wieder einen Facebook-Eintrag, in dem sie mit Kraftausdrücken nach der Person fragte, die sie verraten habe. Dafür wurde sie kurzzeitig von der Schule suspendiert und verpasste schlussendlich einen Skiausflug.

Nach Gespräch über Sex in Büro zitiert
Doch der wirklich problematische Zwischenfall war der Dritte. Ein Elternteil eines Mitschülers beschwerte sich bei der Schulleitung, dass sie auf Facebook eine Unterhaltung über Sex geführt hatte. Das reichte aus um das Mädchen in die Schulleitung zu einem Treffen mit einem Vertrauenslehrer, dem Sheriff sowie einer weiteren Person zu zitieren. Dort wurde sie dann offenbar "eingeschüchtert" ihre Logindaten für ihren Facebook-Account sowie ihre E-Mail-Adressen bekannt zu geben.

Schule beharrt auf ihr Recht
In der Anklageschrift heißt es, dass bei diesen Zwischenfällen neben ihrem Recht auf Meinungsfreiheit auch in ihre Privatsphäre eingegriffen wurde. "Schüler geben ihre Rechte nicht am Eingang zur Schule ab", meint Charles Samuelson, Leiter der ACLU in Minnesota in einer Aussendung. Die Schule bleibt allerdings nach wie vor bei ihrer Meinung, dass die Vorgehensweise der Mitarbeiter korrekt war.

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