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Schweizer Spionageschule hört Privatgespräche ab

Wavecom hat den Datenstrom des Telekommunikationssatelliten Inmarsat 3-F2 mitgeschnitten, um Spione auszubilden, berichtet der Tagesanzeiger. In einem Zentrum in Bülach im Kanton Zürich seien so echte Telefongespräche, E-Mails, Faxnachrichten und Funksprüche aufgegriffen worden. Aufgedeckt wurde dies durch einen Incognito-Besuch bei dem Unternehmen. Die Vorgehensweise könnte gegen zahlreiche Gesetze, unter anderem das Fernmeldegesetz verstoßen, die Behörden zeigen sich in der Behandlung des Falls allerdings zögerlich. Auch der Schweizer Geheimdienst NDB ist Kunde von Wavecom.

Wie die Aargauer Zeitung berichtet, laufen täglich zehntausende Nachrichten zwischen Brasilien, Afrika, dem Nahen Osten, Russland, Europa und Indien über Inmarsat 3-F2. Wavecom verkauft Hardware, die zur so genannten "Comint", also dem Abhorchen von Telekommunikationsinhalten, eingesetzt werden kann. Das Unternehmen ist zudem als Schulungszentrum für Spione aus aller Welt bekannt.

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