Digital Life
15.08.2014

Senioren sind keine Internetmuffel mehr

Sätze wie „Ich brauche das Internet nicht“ hört man unter Senioren immer seltener. Weniger als ein Drittel der Senioren steht Internet und Smartphone skeptisch gegenüber.

Nur noch 29 Prozent der Senioren zählen zu den Internet-Verweigerern. Zu diesem Ergebnis kam eine von A1 in Auftrag gegebene Studie, die das Handy- und Internetnutzungsverhalten von Senioren untersucht. Bereits im März wurden erste Ergebnisse veröffentlicht, nun sind weitere Details bekannt. Der Studie zufolge wird die ältere Generation in verschiedene Gruppen eingeteilt. Die Senioren werden nach Verweigerer, Einsteiger und Mobile Internet-User geclustert, wobei nur noch weniger als ein Drittel der Senioren zu den sogenannten Verweigerern gezählt werden kann.

Senioren auch unterwegs online

Charakteristisch für die Gruppe der Verweigerer ist eine sehr geringe Handy- und Internetnutzung. Wesentlich ist für sie vor allem, dass Handys einfach zu bedienen sind. Zusätzliche Features am Handy hält diese Gruppe von Senioren für unangebracht. Wichtig ist, dass sie mit ihren Handys Kontakt zu ihren Liebsten pflegen können.

Etwas fortgeschrittener in der Handy- und Internetnutzung sind die sogenannten Einsteiger. Sie stellen 46 Prozent der Senioren dar. Für die meisten von ihnen kommt ein Seniorenhandy nicht in Frage, nur 15 Prozent der Einsteiger benutzen ein solches. Die Smartphonenutzung in dieser Gruppe ist aber auch nur geringfügig höher. Der Großteil dieser Seniorengruppe verwendet somit ein herkömmliches Mobiltelefon. Was die Internetnutzung betrifft, so sind die Senioren in der Gruppe der Einsteiger im Durchschnitt 71 Jahre alt und fleißige Surfer. Immerhin nutzen 63 Prozent dieser Gruppe das Internet fast täglich.

Die wahren digitalen Profis unter den Senioren räumen mit dem Image vom technikscheuen Pensionisten ordentlich auf. Die Studie betitelt diese Gruppe, die 24 Prozent der Senioren ausmacht, als mobile Internet-User. Diese Seniorengruppe nutzt das Internet nämlich nicht nur sehr häufig, sondern auch unterwegs. Dementsprechend verwenden 81 Prozent der Mobile Internet-User ein Smartphone, worauf auch mehr als die Hälfte Apps installiert haben. Für Interessierte stellt A1 einen Selbsttest zur Verfügung, bei dem getestet werden kann, zu welcher Usergruppe man gehört.

Die einzelnen Seniorentypen

1/3

Verweigerer

Einsteiger

Digitaler Profi

Täglich informiert

Senioren nutzen das Internet vor allem, um auf dem Laufenden zu bleiben. Dies zeigt sich auch in der App-Nutzung der älteren Generation. Auf den Smartphones dieser Generation befinden sich meist News- und Wetter-Apps. Im Internet informiert sich diese Altersschicht auch gerne über Reisen und Gesundheit. Die Frauenwelt googelt der Studie zufolge gerne nach Ernährungsthemen, während sich Männer bevorzugt über wirtschaftliche Angelegenheiten informieren.

Gratis Internet-Schulungen für Senioren

Ab September bietet A1 wieder kostenlose Internet-Schulungen speziell für Senioren an. A1 startete dieses Programm bereits im Herbst 2011. Zusätzlich zu den Schulungen im 2. Wiener Gemeindebezirk finden seit Juni 2012 auch Schulungen in Klagenfurt sowie seit Februar 2013 auch in Salzburg statt. Im Anfängerkurs "Erste Schritte im Internet" soll den Senioren zunächst einmal die Hardware näher gebracht werden, um sie in weiterer Folge mit dem Internet vertraut zu machen. Erst einmal vertraut mit dem World Wide Web, können weiterführende Kurse wie "Suchen und Finden im Internet", "Fotobearbeitung im Internet " oder "Einfach kommunizieren mit E-Mail" besucht werden.

Laut A1 sind die Beweggründe, an diesen Schulungen teilzunehmen, unterschiedlich. Manche Senioren wollen gerne via E-Mail oder Skype zu ihren Kindern und Enkelkindern Kontakt halten. Anderen geht es wiederum ganz simpel darum bei aktuellen Themen "mitreden zu können". Laut Livia Dandrea-Böhm, Pressesprecherin bei A1, soll mit diesen Kursen vor allem die digitale Kluft geschlossen werden. "Mit gezielten Maßnahmen sollen jene Bevölkerungsgruppen unterstützt werden, die sich den technischen Zugang und die nötigen Kompetenzen nicht selber schaffen können", so Dandrea-Böhm. Diese digitale Kluft zu schließen ist vor allem auch bei Senioren wichtig, da diese Bevölkerungsschicht sehr stark von den Vorzügen des Internets profitieren kann. Beisspielsweise können Besorgungen oder Amtswege mit Hilfe des Internets online erledigt werden.