Digital Life 15.09.2016

Sexspielzeug-Hersteller wegen Tracking verklagt

Spionierte Nutzer aus: Der Vibrator We-Vibe © Bild: Standard Innovation

Ein kanadischer Hersteller "smarter" Sexspielzeuge wird in den USA verklagt, weil das Nutzerverhalten ohne vorhergehende Zustimmung aufgezeichnet und übermittelt wird.

Die We-Vibe-Vibratoren der kanadischen Firma Standard Innovation werden mit dem Smartphone verbunden, um Einstellungen auf dem Touchscreen zu verändern. Außerdem werden die jeweiligen Einstellungen, die Zeiten der Benutzung und private Informationen des Nutzers an die Server des Herstellers übermittelt. Eine Frau hat Standard Innovation deswegen vor einem Gericht in Chicago verklagt, berichtet das Courthouse News Service.

Auf das Tracking ihres Vibrators wurde die Frau durch einen Vortrag auf der Hacker-Konferenz Defcon aufmerksam gemacht. Standard Innovation beteuert, die gesammelten Daten zu anonymisieren und lediglich zu Forschungszwecken zu verwenden. Die Übermittlung der Daten wird allerdings per Voreinstellung vorgenommen. Kunden wird lediglich eine Opt-Out-Möglichkeit gegeben. Sie können die Datenübermittlung auf Eigeninitiative unterbinden.

Der Klägerin reicht das nicht. Sie verklagt den We-Vibe-Hersteller wegen Betrugs, ungerechter Bereicherung, des Eindringens in die Privatsphäre und mehr. Ihr Fall könnte Auswirkungen auf die künftige Betrachtung ähnlicher Produkte aus dem Internet der Dinge haben, berichtet Endgadget.

( futurezone ) Erstellt am 15.09.2016