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Schladming

Ski-WM: DVB-T für den Trainerstab

Der Trainer- und Betreuerstab ist am Rand der Skipiste positioniert und verfolgt auf kleinen tragbaren Bildschirmen das Rennen. Auch so mancher Rennläufer selbst verfolgt im Startbereich die Fahrt der Konkurrenten, um vielleicht noch die eine oder andere Hundertstel herauszulesen. Da es sowohl bei Live-TV über SAT als auch beim Handy-TV, wie es die Mobilfunkbetreiber anbieten, zu einer Verzögerung von bis zu 10 Sekunden kommen kann, ist man im Skizirkus auf ein echtes Live-Bild angewiesen.

Für die Ski-WM in Schladming, die am kommenden Montag (4.2.) beginnt, wurde daher das gesamte Areal mit DVB-T ausgestattet. „Bis vor kurzem wurde die Region Schladming mit dem Sender Hauser Kaibling abgedeckt", sagt ORS-Geschäftsführer Norbert Grill. „Nun haben wir den Sender Schladming 2 errichtet, mit dem wir den bisherigen Funkschatten in der Stadt Schladming beseitigen konnten." Der ÖSV selbst hat seinen Betreuerstab mit neuen portablen DVB-T-Fernsehern, mit denen man die Aufnahmen sogar auf Speicherkarte aufzeichnen kann, ausgestattet.

Sowohl ÖSV als auch das Schweizer Ski-Team sind über die DVB-T-Lösung froh, da sie in anderen Weltcup-Skigebieten mitunter Probleme mit dem TV-Signal haben. Vor allem in Skigebieten kommt es häufig zu Schneeverwehungen, auch Sat-Schüsseln können eingeschneit sein, wodurch kein Sat-Signal mehr empfangen werden kann. DVB-T garantiert das TV-Signal bei jedem Wetter. Die Alternative Handy-TV ist auch keine echte, denn abgesehen von der Zeitverzögerung geht ab etwa 10.000 Handy-Kunden Livestreaming nicht mehr, weil die Netze aus- bzw. oft auch überlastet sind. Grill: „Das wird sich auch künftig bei LTE nicht ändern, vielleicht schafft man dann zwar zehn bis 15 Prozent mehr Kapazität, aber das reicht für Großveranstaltungen auch nicht aus."

Für die Region ist der DVB-T-Ausbau nachhaltig, da der zweite Sender – die Errichtung hat etwa 100.000 Euro gekostet - freilich auch nach der WM bleibt. „Erstens ist es ein Mehrwert für die Region und zweitens gibt es dort immer viele Gäste, die DVB-T nutzen werden", sagt Grill. „Davon profitiert die gesamte Tourismus-Wirtschaft, denn Hoteliers und Skihütten-Betreiber haben ein wetterunabhängiges System."

Auch wenn Kritiker meinen, DVB-T sei nur ein Mini-TV-System, weil die Senderauswahl mit bis zu 12 Sendern im Vergleich mit Satelliten-TV mit mehr als 400 Kanälen relativ gering ist, ist Grill überzeugt, dass DVB-T ein Erfolgsprodukt ist. Abgesehen von der Ausfallssicherheit, die 99,999 % beträgt, beschränken sich die meisten Kunden auf einige wenige Sender, und die liefert DVB-T, die praktisch alle österreichischen Sender abdeckt. Zusätzliche Möglichkeiten wird DVB-T 2 bieten, das noch im Laufe des Jahres startet und sogar noch 40 Kanäle bringen wird.

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