Digital Life
16.10.2012

Smartboards statt Tafel und Kreide

90 Prozent der heimischen Schüler werden wie die Großeltern unterrichtet, kritisiert der Österreich-Geschäftsführer des IT-Distributors Ingram Micro, Florian Wallner. Damit sich Lehrer und auch Schüler ein besseres Bild vom "digitalen Klassenzimmer" machen können, wurde die Initiative EDUC8 gestartet. Die erste Info-Messe findet am 9. November in Wien statt.

1,2 Millionen Schüler werden in 6500 österreichischen Schulen von 120.000 Lehrern in 55.000 Klassenzimmern mit großteils technisch veraltetem Equipment unterrichtet. „Diese schlechte technische Ausstattung ist einer der Gründe für unser schlechtes Abschneiden bei der PISA-Studie", sagt Florian Wallner, Österreich-Geschäftsführer des IT-Distributors Ingram Micro. „Das ist meine These, aber wenn man sich die Top-Plätze der PISA-Studie ansieht, kommt man zu dieser Conclusio: 5 der Top-10-PISA-Länder setzen auf elektronisch didaktische Lehrmittel."  In Österreich hingegen würden 90 Prozent der Schüler wie einst ihre Großeltern unterrichtet, nämlich mit Tafel und Kreide und Frontalunterricht.

Digitales Klassenzimmer
Die Bereitschaft der Lehrer, im Unterricht digitale Lehrmittel einzusetzen, sei groß. In einer Umfrage gaben 91 Prozent der befragten Lehrer und Direktoren (Sample 300) an, dass digitale Lehrmittel die Zukunft sind. Daher startet Ingram Micro (nicht ganz uneigennützig, da das Unternehmen die Hardware verkauft) die EDUC8-Initiative. Zum einen gibt es mit www.educ8.at eine Plattform, auf der ein Blog und Infos über die neuesten digitalen Lehrmittel (von Tafeln bis Unterrichtsmaterial) zu finden sind. Zum anderen wird am 9. November im Wiener EMS-Forum (früher Siemens-Forum) die EDUC8 Live-Messe stattfinden, bei der verschiedene Varianten digitaler Klassenzimmer ausprobiert werden können. Die digitale Ausstattung eines Klassenzimmers (20 Schüler) kostet im Schnitt 20.000 Euro. 

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