Digital Life
04.06.2013

Social Media fördert Engstirnigkeit

Laut Forschungsergebnissen des Instituts für Markt-Sozialanalysen (IMAS) überwiegen in der Internetanwendung kommunikative Elemente stark. Information wird wenn, dann eher gezielt gesucht. Das Wissen über gesellschaftliche Fragestellungen und das Verständnis für Andere sinkt.

"Die Zunahme der Informationsmöglichkeiten führt nicht zu einer Verbreitung der Erfahrungshorizonte der Bevölkerung, sondern zu einer immer schärferen Selektion der Inhalte nach den eigenen Interessen", schreibt das IMAS in seinem neuen Report. Das Internet dient den meisten Menschen als Kommunikations-, anstatt Informationsmedium. Vor allem aus der intensiven Social Media-Nutzung erhalten Menschen eine "immer spezialisiertere Betrachtung der Gegenwart". Diese Perspektive ist laut dem IMAS, das seine Ergebnisse durch frühere Studien in Deutschland bestätigt sieht, besorgniserregend. Soziale Codes wie Normen und Werte, würden sich durch den Wegfall einer breiten Kommunikationsbasis verändern. Der Zusammenhalt der Gesellschaft sei dadurch gefährdet.

Gleichzeitig mit dem Befund, das Internet sei vornehmlich ein Kommunikationsmedium, stellt das IMAS fest, dass immerhin 47 Prozent aller befragten Internetnutzer das Internet als unverzichtbare, tägliche Informationsquelle sehen. 43 Prozent aller Österreicher geben in der Österreichischen Verbraucheranalyse (ÖVA), die vom IMAS durchgeführt wird, an, täglich das Internet zu nutzen. 33 Prozent der heimischen Bevölkerung verweigert sich dem Internet allerdings vollständig. Zu mindest ab und zu nutzen 33 Prozent Social Media Dienste.

16 Prozent der Bevölkerung werden als intensive Social Media Nutzer beschrieben. Das Internet wird von dieser Gruppe durchschnittlich 118 Minuten am Tag genutzt. Im Alter zwischen 14 und 20 Jahren liegt der Durchschnitt der Intensivnutzer bei 131 Minuten. Ein Drittel der letzteren Gruppe ist gar drei Stunden täglich oder länger online.

Mehr als drei Viertel aller Befragten sind der Meinung, dass das Internet stark für das erhöhte Schritttempo der heutigen Gesellschaft verantwortlich ist. Jeder zehnte ist vom Gegenteil überzeugt. Das Sample der Studie, die von September 2011 bis Juni 2012 durchgeführt wurde, betrug 8.500 Personen. Befragt wurden Österreicher ab 14 Jahren.

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