Digital Life
12.06.2011

"Software-Infrastruktur von Google veraltet"

Ehemaliger Google-Wave-Entwickler kritisiert Technologie des Konzerns

Mehrere Entwickler des Google Wave-Dienstes haben den Internetkonzern nach Erhalt der Bonuszahlungen für das vergangene Jahr verlassen – aus unterschiedlichen Gründen. Einer davon, Dhanji R. Prasanna, erklärte unlängst in einem Blogeintrag seine Gründe. „Viele würden es in Frage stellen, einen hochbezahlten Job mit vielen Vorteilen und Freiheiten einfach so zu verlassen“, schreibt der Entwickler. Er habe aber den Spaß an der Arbeit verloren, so Prasanna. Er sei in seiner Seele ein Hacker und für Leute wie ihn sei Google nicht der richtige Arbeitsplatz.

Der ehemalige Google-Mitarbeiter kritisierte allerdings auch einige Punkte an seiner Arbeit beim Internetkonzern, die eher überraschen. So schreibt Prasanna in seinem Blogeintrag folgendes: „Googles viel gerühmte skalierbare Software-Infrastruktur ist veraltet. Um Missverständnissen vorzubeugen, ihre Hardware und Rechenzentren gehören zu den besten der Welt und soweit ich weiß, hat niemand auch nur annähernd etwas Vergleichbares. Aber der Software-Stack für das Design der Suchmaschinen und Crawler, das da drauf sitzt, ist zehn Jahre alt, altert vor sich hin und ist wirklich sehr überholt."

Der Entwickler mit Hacker-Ethos bezeichnet auch Googles Web Tookit (GWT) sowie die neuen Projekte Closure und MegaStore als „überentwickelte, träge, mythologische Seeungeheuer“, während etwa die Javascript-Klassenbibliothek jQuery ein „elegantes“ Tool sei.