Digital Life
19.12.2014

Sony Pictures ließ "The Interview" von Weißem Haus prüfen

Der US-Film wurde auf Bitte von Sony im Vorfeld vom Weißen Haus geprüft, Anpassungen wurden jedoch nicht vorgenommen. Mittlerweile kommen Zweifel an der Nordkorea-Theorie auf.

Das Filmstudio Sony Pictures hat die mittlerweile abgekündigte Nordkorea-Satire „The Interview“ vor ihrer Veröffentlichung von der US-Regierung überprüfen lassen. Das Weiße Haus habe den Film, in dem der Tod des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-Un dargestellt wird, auf Bitten von Sony gesichtet, sagte Präsident Barack Obamas Sprecher Josh Earnest am Donnerstag. Die Regierung habe dann ihre Einschätzung den Machern mitgeteilt, aber keine Änderungen vorgeschrieben oder gar „diktiert“. Eine Richtlinie für die Überprüfung von Filmen vor ihrer Veröffentlichung gibt es in den USA nicht.

Empfehlung von Obama

Obama hatte den Amerikanern trotz Terrordrohungen gegen US-Kinos empfohlen, den Film ohne Angst vor Anschlägen im Kino zu sehen. Sony Pictures hatte sich gegen die Veröffentlichung entschieden, nachdem das Filmstudio Ziel einer beispiellosen Hackerattacke geworden war.

Earnest stufte den Angriff als „Angelegenheit von nationaler Sicherheit“ der USA ein, vermied es aber, von einem Angriff auf diese zu sprechen. Es gebe Beweise, dass ein „anspruchsvoller Akteur mit bösartiger Absicht zerstörerisch“ vorgegangen sei. Dass Nordkorea hinter der Attacke steckt, bestätigte er nicht. Der Film sollte am nächsten Donnerstag in die Kinos kommen.

Zweifel an Nordkorea-Theorie

Unterdessen wird in den Medien über den Ursprung der Attacken debattiert. Der Sicherheitsexperte Marc Rogers, der unter anderem in Südkorea tätig war, bezweifelt die Nordkorea-Theorie. Das gebrochene Englisch wirke laut ihm manipuliert und die Tatsache, dass die Malware der Angreifer auf einem PC in Koreanisch verfasst wurde, deute eher auf einen chinesischen Ursprung hin.

Er vermutet vielmehr, dass private Rache eines Insiders im Spiel sei und „The Interview“ lediglich der Ablenkung dienen soll. Als der Sony-Hack bekannt wurde, erwähnten die Angreifer den Film nicht. Erst als sich die Spekulation der Medien auf die Komödie richtete, begannen die Angreifer auch „The Interview“ zu attackieren. Er vermutet ein Ablenkungsmanöver.