© Screenshot Facebook-Einladung

Digital Life
07/16/2013

Spion-Spaziergang ruft Polizei auf den Plan

Eine Facebook-Einladung mit einem Aufruf zu einem Spaziergang rund um ein US-Geheimdienstgelände in Deutschland brachte demjenigen, der einlud, den Staatsschutz sowie die Polizei ins Haus. Das US-Militär hat die deutsche Polizei über die Einladung informiert.

In Griesheim in Deutschland gibt es den sogenannten Dagger Complex. Dort betreiben die Vereinigten Staaten seit den 2000er-Jahren eine Einrichtung, deren genauer Zweck unklar ist. Der Complex wird jedoch der NSA-Spionage zugeordnet. Ein einheimischer ortsansässiger Aktivist wollte diesem Ort nun einen Besuch abstatten und rief auf Facebook auch seine Freunde öffentlich dazu auf, ihn dabei zu begleiten. Er wolle NSA-Spione sehen und deren Lebensraum erforschen und mit etwas Blumen aufpeppen, so Daniel Bangert in seinem lustig gemeinten Aufruf.

Staatsschutz, Military Police und Polizei
Der 28-Jährige bekam daraufhin Besuch von der Polizei (und zwar um 7 Uhr früh). Mit einem T-Shirt mit dem Aufdruck "Team Edward" öffnete der Aktivist die Tür und wurde daraufhin zu der Einladung befragt. Laut Informationen des "Spiegel Online" kam der Hinweis direkt von der Military Police, den amerikanischen Sicherheitsbehörden, die den Dagger Complex bewachen und für dessen Sicherheit zuständig sind. Nach der Polizei meldet sich auch noch der Staatsschutz, der von Bangert verlangte, den "Spaziergang" als Demonstration anzumelden.

Diese Demonstration fand dann schließlich am Samstag statt, rund 70 "Spaziergänger" schlossen sich dem Aktivisten an und gingen auf "NSA-Safari", ausgerüstet mit Kameras und Blumen - und begleitet von zwei Polizeistreifenwagen. Die Ankündigung auf Facebook dazu: "Trotzdem war die Gruppe bester Stimmung und der Wunsch nach einer baldigen Wiederholung kam auf. Den Teilnehmern des Spaziergangs war es nicht genug, nur zu wissen dass die NSA-Spione dort leben, Es waren sich auch alle einig, die NSA-Spione mit eigenen Augen sehen zu wollen. Wir werden schauen, was sich machen lässt."

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