Digital Life
07/28/2013

Star-Hacker Barnaby Jack verstorben

Der neuseeländische "White Hat"-Hacker Barnaby Jack ist im Alter von 35 Jahren in seiner Wohnung in San Francisco tot aufgefunden worden. Er wollte auf der Black Hat-Konferenz in Las Vegas nächste Woche eine neue Sicherheitslücke bei Herzschrittmachern aufzeigen. Bekannt wurde er vor allem durch seine Hacks von Geldautomaten und Insulinpumpen.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, verstarb der berühmte "White Hat"-Hacker diese Woche in seinem Apartment. Die Todesursache ist unklar, die Polizei wollte dazu keine näheren Angaben machen. Fest steht, dass eine Autopsie durchgeführt wird. Bis das Ergebnis vorliegt, wird allerdings rund ein Monat vergehen.

Der neuseeländische Hacker wollte nächste Woche auf der Black-Hat-Konferenz in Las Vegas einen großen Hack an einem Herzschrittmacher demonstrieren. Jack war stets damit beschäftigt, neue Sicherheitslücken zu finden, bevor diese von Kriminellen entdeckt werden und diese ausgenutzt werden konnten. Er bekam zahlreiche "Standing Ovations" auf Konferenzen, weil er die Sicherheitslücken mit viel Show und Kreativität einem breiten Publikum verständlich machen konnte.

Jackpotting
Sein "berühmtester" Auftritt war auf der Black Hat-Konferenz im Jahr 2010. Dort hackte er auf der Bühne Geldautomaten der Hersteller Tranax Technologies und Triton, ohne Geld von einem Konto abzubuchen. Die Geldautomaten spuckten das Geld dennoch aus und es "regnete" ins Publikum. Die Angriffstechnik wurde daraufhin als "Jackpotting" bezeichnet. In Folge hackte er auch Insulinpumpen und andere medizinische Geräte.

Bei der nächsten Black Hat war eine Demonstration mit einem Herzschrittmacher geplant. Der Sicherheitsspezialist Dan Kaminsky twitterte, er habe gehofft, die Nachricht vom Tod des Hackers sei nur ein Streich - wenn überhaupt, sei so etwas doch nur einem Teufelskerl wie ihm zuzutrauen. Die Veranstalter der Sicherheitskonferenz in Las Vegas twitterten: "Wir sind schockiert und betrübt über das Ableben von Barnaby Jack. Wir haben ein Genie und einen Freund verloren." 

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