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© Gnedt Martin

Digital Life
06/30/2015

Steirische Polizei funkt ab 1. Juli nur noch digital

In der Steiermark wurden die letzten Bezirke auf digitalen Polizeifunk umgestellt. Auch Polizisten in Wien, Niederösterreich und Tirol funken bereits komplett digital.

Mit Deutschlandsberg und Leibnitz seien nun die beiden letzten Bezirke umgestellt, erklärte Josef Reich, Leiter der Logistikabteilung der Landespolizeidirektion Steiermark am Dienstag. Von 344 Funkstationen wurden bisher 295 errichtet, wodurch vorerst zwar noch Lücken im Netz seien: „Aber die gab es im Analogfunk auch.“

Seit 2012 wurde an den Stationen gebaut, wobei wegen der Ski-WM 2013 in Schladming im Bezirk Liezen begonnen worden war. Ab Mittwoch sind nun alle Uniformierten ausschließlich mit den digitalen Funkgeräten ausgestattet. Steiermarkweit seien es inklusive der Fixstationen rund 1.500 Stück, sagte Reich.

Blaulicht-Sprechgruppen

Mit dem BOS-Digitalfunk soll in Zukunft mit allen Rettungskräften und den Feuerwehren in einer Sprechgruppe kommuniziert werden können. Doch die beiden anderen Blaulichtorganisationen sind noch nicht so weit wie die Polizei: Die Feuerwehren haben ihre knapp 6.400 Geräte (Fixstationen, mobile Stationen in Fahrzeugen und Handgeräte) von Februar 2014 bis Jänner 2015 ausgeliefert. In Leibnitz wird ebenfalls ab 1. Juli digital gefunkt, im Deutschlandsberg werde das laut Feuerwehr-Sprecher Thomas Meier erst im Spätsommer sein, wenn die Funkstationen fertig gebaut sind: „Wir dürfen keine Lücken haben.“

Beim Roten Kreuz arbeite man bisher zwar bei Großeinsätzen und im Bezirk Liezen mit dem BOS-System, aber die anderen Bezirken werden erst nach und nach mit den neuen Geräten versorgt. Es hapere derzeit an der Finanzierung der rund 1.100 digitalen Funkgeräte, erklärte Landesgeschäftsführer Andreas Jaklitsch, denn als privater Verein sei es schwerer, öffentliche Unterstützung zu bekommen.

Drei Bundesländer komplett umgestellt

Im Vergleich zu anderen Bundesländern liege die Steiermark laut Reich etwa gleich auf, nur die Polizei in Niederösterreich, Wien und Tirol hätte schon früher komplett umgestellt. In der Grünen Mark bringt der 1. Juli vor allem für Kollegen in Randgebieten zu den beiden letzten Bezirken eine wesentliche Erleichterung: „Sie brauchen nun nur mehr ein statt zwei Geräte mitzunehmen.“

Einer der größten Vorteile des BOS-Systems habe sich nach der Amokfahrt in Graz gezeigt: Während die Telefonnetze wegen Überlastung kaum noch genutzt werden konnten, lag die Auslastung des Digitalfunks bei etwa 30 Prozent: „Da wären noch genug Reserven gewesen“, meinte Reich.