Digital-Life 23.03.2013

Stop the Cyborgs: Gruppe greift Google Glass an

Eine kleine Gruppe Londoner Studenten versucht vor den Gefahren von Smartglasses wie Google Glass zu warnen. Ihnen zufolge würde die Möglichkeit, jederzeit unbemerkt zu filmen, den Begriff der Privatsphäre vollkommen auf den Kopf stellen. Politiker zeigen sich hingegen optimistischer.

Nur wenige Wochen nachdem bekannt wurde, dass eine bekannte Bar in Seattle das Tragen von Smartglasses wie Google Glass

, hat sich nun auch eine Bewegung gegen den Einsatz von Smartglasses im Alltag gebildet. Unterdem Namen "Stop the Cyborgs"hat sich eine kleine Gruppe in London gebildet, die mit einem markanten Logo auf die Gefahren der Smartglasses aufmerksam machen wollen.

"Ein grusliges Konzept"
"Wenn es nur ein paar Geeks verwenden würden, wäre es nur ein Nischenprodukt und damit kein Problem. Aber wenn sie sich ähnlich stark verbreiten wie Smartphones, wird es ganz schnell sehr aufdringlich. Es geht nicht um die Technologie an sich, sondern um die soziale Kultur. Es ist ein Verlust von Freiraum, der nicht online ist. Google Glass verhindert mehrere Identitäten und ich empfinde das als ein grusliges Konzept", meint der Initiator der Kampagne gegenüber Ars Technica.

Dieser nennt sich Adam, ist 27 Jahre alt und er beschäftige sich nach eigener Aussage im Rahmen seines Studiums selbst intensiv mit Augmented Reality. Er möchte jedoch seine Identität nicht preisgeben, da er befürchtet, dass es seine Chancen in der Branche mindern könnte. Derzeit versucht die kleine Gruppe nur, über ihren Blog mehr Aufmerksamkeit für die Gefahren von Smartglasses zu erreichen und bietet das bekannte Verbotsschild für Google Glass zum freien Download unter der Creative Commons-Lizenz an.

Gemischte Reaktionen
Das Aufkommen von Smartglasses sorgt derzeit für gemischte Reaktionen. Woodrow Hartzog von der Stanford Law School bezeichnet gegenüber Ars Technica Google Glass als "die schwerste technologische Bedrohung für die Privatsphäre in der Öffentlichkeit", die er je gesehen habe. Ihm zufolge werde es ein massives Umdenken geben müssen, was der Begriff "Privatsphäre" bedeute. Politiker wie der US-Senator Al Franken (D) geben sich jedoch pragmatischer und lobten die Kooperation von Google mit den Behörden, die Gesichtserkennung beispielsweise stets nur als Opt-In angeboten haben.

Google Glass soll noch dieses Jahr erscheinen, bislang wurden nur Geräte an Google-Mitarbeiter und Entwickler verteilt, die es für rund 1.500 US-Dollar vorbestellen konnten.

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( futurezone ) Erstellt am 23.03.2013