Digital Life
17.10.2012

Stratos: Lego-Baumgartner wird zum YouTube-Hit

Der mit Lego-Männchen nachgestellte Sprung von Extremsportler Felix Baumgartner entwickelt sich zum YouTube-Hit. Mehr als 4 Millionen Klicks erhielt das Video in den letzten vier Tagen. Die futurezone hat sich mit den Schöpfern des ungewöhnlichen Werbespots unterhalten.

Noch bevor sich Felix Baumgartner am Sonntagabend mit seinem Ballon in 39 Kilometer Höhe begab, machte bereits ein knapp 2 Minuten langes YouTube-Video auf Twitter die Runde, in der der Rekordsprung nachgestellt wurde - mit Legomännchen. Die Parodie des Sprungs "vom Rande des Universums" entwickelte sich in den letzten Tagen zum YouTube-Hit und wurde bereits mehr als 4,4 Millionen Mal angeklickt. Wie der Hauptakteur im Projekt Stratos stammt auch die Fassung im Maßstab 1:350 aus Österreich.

Die Werbeagentur Ogilvy & Mather hat das kurze Video produziert, das ursprünglich als Werbevideo für die Ende Oktober stattfindende Modellbaumesse in Wien gedacht war, mittlerweile aber weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt ist. "Nach der Verschiebung am Dienstag haben wir gesehen, dass es unter den Menschen einen Hunger nach Bildern gibt, der gestillt werden will", erklärt Gerd Schulte-Doeinghaus, Creative Executive Director bei Ogilvy, gegenüber der futurezone. Das Team der Agentur bastelte über Nacht die entsprechenden Modelle und konstruierte den Ballon mitsamt "Auswurfmechanismus" für den wagemutigen Springer. "Wir wollten vor allem zeigen, dass Modellbau unheimlichen Spass machen kann."

Um drei Kilometer übertroffen
Das Projekt wäre aber beinahe aufgrund von schwierigen Wetterbedingungen ausgefallen: "Lustigerweise hatten wir mit den selben Problemen wie das Projekt Stratos zu kämpfen. Wir hatten nur ein kleines Zeitfenster am Donnerstag Vormittag zur Verfügung, ansonsten hätte uns der Wind einen Strich durch die Rechnung gemacht." Der Sprung aus 122 Metern Höhe wurde mit einer "Helmkamera" sowie zwei am Ballon befestigten Kameras gefilmt. Dabei konnte das Mini-Projekt theoretisch sogar Baumgartner übertreffen, denn die 122 Meter entsprechen im Maßstab 1:350 knapp 42 Kilometern Höhe. Zwei Rekorde kann die Agentur jedoch bereits für sich verbuchen: Einerseits der höchste freie Fall einer Legofigur, andererseits der höchste Fallschirmsprung einer Legofigur.

1.200 Euro Kosten
Auch in puncto Budget konnte das Lego-Projekt Projekt Stratos bei weitem unterbieten - lediglich 1.200 Euro kosteten Material und Arbeitsaufwand für den Werbespot - im Vergleich zum 50 Millionen Euro-Projekt von Red Bull ein wahres Schnäppchen. Schulte-Doeinghaus spricht dem Projekt Stratos und vor allem Felix Baumgartner aber seinen vollen Respekt aus. Der Spot hat sein Ziel im Übrigen nicht verfehlt, die Server der kommenden Modellbaumesse laufen laut Schulte-Doeinghaus heiß.

Mehr zum Thema

  • Stratos: "Medien wurden in die Falle gelockt"
  • YouTube: 7,3 Millionen sahen Stratos-Stream
  • Sprung geglückt: Das Stratos-Projekt in Bildern