Digital Life
06.05.2015

Streaming-Dienst Grooveshark kehrt überraschend zurück

Ein bislang unbekanntes Team hat einen Großteil der Grooveshark-Daten gesichert und die Webseite wiederbelebt. Das Original musste nach Urheberrechtsverletzungen schließen.

Totgesagt leben länger: Vor wenigen Tagen beugte sich der Streaming-Dienst Grooveshark dem Druck der Musikindustrie und gab auf. Nun ist nach dem jähen Ende ebenso plötzlich ein gleichnamiger Nachfolger aufgetaucht. Unter der Domain Grooveshark.io ist ein Klon verfügbar, auf dem ein Großteil der auf Grooveshark geteilten Musik abgerufen werden kann. Laut BGR steckt dahinter eine Person namens „Shark“, die "eine Verbindung zu Grooveshark" hat. Ob es sich dabei um einen ehemaligen Mitarbeiter oder einfach nur einen Fan des Spotify-Konkurrenten handelt, ist unklar.

Auf "Achterbahnfahrt" vorbereitet

„Ich habe mit den Backups begonnen, als ich vermutete, dass Grooveshark dem Untergang nahe war. Meine Vermutungen wurden wenige Tage später bestätigt. Da hatte ich aber bereits 90 Prozent der Daten gesichert. Jetzt arbeite ich daran, die letzten zehn Prozent zu bekommen“, so Shark gegenüber BGR. Er habe ein kleines Team zusammengestellt, mit dem er nun die Oberfläche des alten Grooveshark nachbauen möchte. Eine Strategie hat das Team aber offenbar nicht, auch wenn man auf hohe Nachfrage vorbereitet ist: „Wir haben die notwendigen Server und Infrastruktur. Es wird eine Achterbahnfahrt und wir sind bereit dafür.“

736 Millionen US-Dollar

Grooveshark erlaubte das Streaming von Musik, die von den Nutzern hochgeladen wurde. Dabei fehlten aber oftmals die Rechte für die Musikstücke. Nach zahlreichen Rechtsstreits folgte im April ein Urteil, das zu Schadenersatzzahlungen in der Höhe von 736 Millionen US-Dollar führen könnte. Grooveshark musste daraufhin den Dienst einstellen.