Digital Life
18.04.2015

"Streaming kann lukrativer als Verkauf sein"

Die Musik-Industrie hofft darauf, dass Abo-Modelle mit der Zeit mehr einbringen könnten als Downloads. Nur gegen die "Gratis"-Streams haben sie noch immer etwas.

„Wird ein Song heruntergeladen, fließt nur einmal Geld. Beim Streaming gibt es bei jedem Abruf wieder Einkünfte“, sagte Sony-Music-Manager Edgar Berger dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. „Nach ungefähr 18 Monaten stehen die Abo-Einnahmen in keiner Weise den Download-Einnahmen nach.“

Musiker wie David Byrne oder Thom Yorke von der Band Radiohead kritisieren, dass Künstler mit Streaming-Einnahmen viel weniger Geld verdienten als einst mit dem Verkauf von CDs. Die Online-Dienste verweisen darauf, dass sie 70 bis 80 Prozent ihrer Einnahmen an die Musikkonzerne weitergäben, die erst die Musiker daran beteiligten.

"Bezahlte Abo-Modelle"

Zugleich bekräftigte Berger, der bei Sony Music für das weltweite Geschäft außerhalb der USA zuständig ist, dass die Branche Bezahl-Abos werbefinanzierten Gratis-Angeboten vorziehe. „Nachhaltiges Wachstum für Streaming-Dienste und die Musikbranche gibt es über bezahlte Abo-Modelle“, sagte er.

Musikkonzerne fordern vom Streaming-Marktführer Spotify seit längerem, sein Gratis-Angebot einzuschränken. Spotify hat rund 60 Millionen Nutzer, von denen rund jeder Vierte ein zahlender Abo-Kunde ist. Der Anteil blieb über die Jahre gleich. „Auch die Differenzierung zwischen bezahlten Angeboten und werbefinanzierten ist nicht immer so deutlich, wie sie sein könnte“, sagte Berger dazu.

Spotify selbst weist immer wieder darauf hin, dass mit den Gratis-Streams Kunden erreicht werden, die sich sonst ihre Musik über illegale Tauschbörsen besorgen würden.