Digital Life
16.10.2012

Studie: Filesharer kaufen mehr Musik

Einer Studie von American Assembly zufolge kaufen Nutzer von Filesharing-Diensten deutlich mehr Musik im Internet. Im Vergleich zu Personen, die derartige Dienste nicht nutzen, finden sich bis zu 30 Prozent mehr legale Dateien in den recht großen Musikbibliotheken der Downloader.

Seit Jahren wirft die Musikindustrie Nutzern von Filesharing-Diensten vor, dass der illegale Download von Musik Milliarden-Schäden verursachen würde. Doch eine aktuelle Studie von American Assembly, einem Forschungsinstitut der Columbia-Universität, dreht dieses Bild auf den Kopf. Demnach seien tatsächlich die Filesharer diejenigen, die deutlich mehr Musik online erwerben würden, in den USA bis zu 30 Prozent mehr. Der Vergleich wurde dabei mit Nutzern durchgeführt, die laut eigenen Angaben keinerlei Filesharing-Dienste nutzen. Die Befragung ging dabei sehr stark in die Tiefe und befragte die Nutzer auch nach den Ursprüngen ihrer Musiksammlung. Hier konnte neben gekauft auch gerippt (von einem legalen Medium kopiert), von Freunden oder Familie kopiert oder heruntergeladen angegeben werden.

Deutliches, unbrauchbares Ergebnis aus Deutschland
Die Umfrage wurde telefonisch in Deutschland und den USA durchgeführt. In den USA wurden dazu mehr als 2.300 Personen ab 18 Jahren befragt. In Deutschland fielen die Ergebnisse deutlicher aus, mehr als dreimal so viele Filesharing-Nutzer gaben an, Musik im Internet gekauft zu haben. Hier ist allerdings die Stichprobe wesentlich kleiner, wodurch die Schwankungsbreite zu hoch ist, um verlässliche Schlüsse zu ziehen. Der Blog TorrentFreak vermutet als Grund für die deutlichen Ergebnisse, dass vor allem Musikfans über illegale Wege neue Musik kennenlernen würden. Filesharing bietet hier immer noch den höchsten Komfort, dennoch möchten sie anschließend die Musik auch besitzen und erwerben diese über Online-Shops wie iTunes.

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