Digital Life
03.08.2011

Südkorea: Apple zu 2000 Euro Strafe verurteilt

Erstmals von staatlicher Seite für das Speichern von Positionsdaten belangt

Apple wurde in Südkorea zu einer Geldstrafe von drei Millionen koreanischen Won verurteilt, was umgerechnet 2000 Euro entspricht. Während der Betrag kein großes Problem für den US-Konzern sein dürfte, ist es die Organisation, an die gezahlt werden muss. Die Strafe wurde vom südkoreanischen Telekomregulator verhängt. Damit wurde Apple erstmals von einer staatlichen Organisation wegen der Speicherung von Positionsdaten verurteilt.

Im April wurde bekannt, dass das iPhone und iPad ohne Wissen der User Positionsdaten sammeln und bis zu einem Jahr speichern. Diese Affäre wurde als „ Locationgate“ bekannt. Sowohl Apple als auch Google mussten daraufhin vor einem US-Senatsausschuss Stellung beziehen, wurden aber nicht belangt. Auch in anderen Ländern blieb Locationgate bisher ohne rechtliche Konsequenzen von Staatsseite für Apple und Google.

Löcher stopfen
Der südkoreanische Telekomregulator will außerdem Schlupflöcher in iOS und Android gefunden haben, die es Dritten möglich machen auf die Positionsdaten zuzugreifen. Die beiden Unternehmen werden aufgefordert die Positionsdaten zu verschlüsseln. Sollte Apple die Lücke nicht schließen, müsste im schlimmsten Fall Apple Korea die Tätigkeit einstellen.

Laut Apple wurde die Lücke bereits im Mai per Patch geschlossen, der auch den Fehler behoben hat, das Positionsdaten gesammelt werden, obwohl der User ortsbezogene Dienste deaktiviert hat. Für Google ist die Speicherung der Standardorten legitim, weil beim Einrichten des Smartphones der User gefragt wird, ob er Ortungsdienste nutzen will und es somit nicht ohne sein Wissen passiert.

Im Juni musste Apple in Südkorea einem Anwalt eine Million Won (660 Euro) Schadensersatz für die Speicherung seiner Positionsdaten zahlen. Dies war das erste Mal, dass Apple überhaupt wegen Locationgate belangt wurde. Nächste Woche soll eine Massenklage von 27.800 iPhone- und iPad-Besitzern in Südkorea eingereicht werden, bei der für jeden ein Schadensersatz von einer Million Won gefordert wird.