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Klare Worte
03/22/2012

Sven Regener: Keine Videos auf YouTube

„Wir sehen nicht ein, warum Milliardengeschäfte damit gemacht werden und wir kriegen nichts ab“, sagt der „Element of Crime“-Frontmann in einem Interview zum Thema Musik-Clips auf Googles Video-Plattform. Auch mit nicht lizensierten Downlods und der Gratis-Kultur geht er hart ins Gericht.

Sven Regener ist wütend - auf Leute, die illegal Musik downloaden, auf Videoplattformen wie Youtube, die von fremden Inhalten profitieren, und auf jene, die seine Wut nicht ernst nehmen. „Das Rumgetrampel darauf, dass wir irgendwie uncool seien, wenn wir darauf beharren, dass wir diese Werke geschaffen haben, ist im Grunde genommen nichts anderes, als wenn man uns ins Gesicht pinkelt und sagt: `Euer Kram ist nichts wert`“, so der „Element of Crime“-Frontmann gegenüber dem Radiosender „Bayern 2“. Es werde stets so getan, als würden Musiker „Kunst als exzentrisches Hobby machen“. „Eine Gesellschaft, die so mit ihren Künstlern umgeht, ist nichts wert.“

"Frage des Anstands"
Laut Regener ist es auch „eine Frage des Respekts und des Anstands“, Musik nicht illegal aus dem Internet zu beziehen. „Genauso wie es eine Frage des Respekts und Anstands ist, im Supermarkt nichts zu klauen, auch wenn man wüsste, dass man nicht erwischt wird.“ Die negativen Vorurteile gegenüber mächtigen Plattenfirmen lässt er nicht gelten, schließlich mache die Band ja keine Verträge mit Universal, „weil wir doof sind oder Dinge zu verschenken haben, sondern weil wir sonst keine Musik machen können“.

"Eine Unverschämtheit"
Verschenken will Element of Crime auch nichts an die dem Riesenkonzern Google unterstehenden Plattform Youtube. Die Videos gäbe es auf der offiziellen Band-Webseite zu sehen und nicht auf Youtube, solange diese nicht „bereit sind, auch dafür zu bezahlen“. „Wir sehen nicht ein, warum Milliardengeschäfte damit gemacht werden und wir kriegen nichts ab“, so Regener. „Wir sind da die Penner in der letzten Reihe, das ist eine Unverschämtheit.“ Dass sich nicht mehr Musiker in dieser Deutlichkeit ausdrücken, mag daran liegen, dass es „das Letzte, was man als Indierocker gebrauchen kann, ist uncool dazustehen“. „Deshalb halten alle schön die Füße still und die Schnauze und schauen zu, wie die Sache immer weiter den Bach runtergeht.“

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