Klage
01/11/2012

Symantec soll Scareware verbreitet haben

Benutzer wurden angeblich mit falschen Fehlermeldungen zum Kauf von Norton Utilities verleitet

Der Softwarehersteller Symantec wird im amerikanischen Bundesstaat Kalifornien verklagt, weil er auf sogenannte "Scareware"-Taktiken zurückgegriffen haben soll, um eine größere Zahl von Norton Utilities, eine Softwaresammlung von Symantec, zu verkaufen. Unter Scareware wird Software verstanden, üblicherweise Virenscanner oder "PC-Booster", die den Nutzer vor vermeintlichen Gefahren warnt, die überhaupt nicht vorhanden sind und ihn damit zum Kauf der Software verleitet. Oft nimmt die Software nicht einmal einen tatsächlichen Scan des Systems vor und gibt nur nach einem Zufallsmuster beliebige Fehler aus, die den Nutzer einschüchtern sollen.

Zweifel an der Scareware-Theorie
Auch Norton Utilities soll nach einem ähnlichen Prinzip arbeiten - stets werden zumindest kleine Fehler ausgegeben, die plausibel erscheinen und den Nutzer vom Sinn der Software überzeugen. Üblicherweise werden derartige Methoden von dubiosen Betrügern im Internet angewandt, die auf Webseiten, die wie Antiviren-Software aussehen, vor einer drohenden Gefahr warnen. Andy Kellet, Senior Analyst bei Ovum, sagte aber gegenüber "The Inquirer": "Es ist schwierig nachzuweisen, da es hier viele unbekannte Fakten gibt - wie will man denn beweisen, dass die Software hier irrt?" Tatsächlich glaubt er nicht daran, dass die Symantec auf Scareware-Taktiken zurückgreift, sondern einfach nur jeden einzelnen Verdacht ausgibt und so gesehen zu "sensibel" eingestellt ist.

2012 beginnt schlecht für Symantec
Mit der Klage geht ein enttäuschender Monat für Symantec zu Ende, denn erst vor wenigen Wochen wurde ein Kunde der Softwarefirma gehackt und um den Quellcode der Antivirensoftware erleichtert. Da es sich um eine ältere Version handelte, teilte Symantec mit, dass es keinerlei Bedenken gäbe, doch nur wenige Tagen nach dem Hack wurden Server des indischen Geheimdienstes, die noch die ältere Version verwendeten, mit Hilfe der entdeckten Sicherheitslücken gehackt - so wurde auch eine Absprache der indischen Regierung mit Mobilfunkherstellern bekannt, die eine Hintertür für die Überwachung durch die indischen Geheimdienste einbauten.

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