© Kim Hong-Ji, reuters

Digital Life
03/14/2012

Symantec: Verlorene Smartphones großes Risiko

Der Softwarehersteller hat 50 Smartphones in einem Versuch "verloren" und die Finder über eine Software beobachtet. Nur die Hälfte kontaktierte den ursprünglichen Besitzer. Ein großer Teil versuchte auf heikle Informationen zuzugreifen.

Wer sein Smartphone verliert, sollte nicht auf die Ehrlichkeit des Finders hoffen. Denn in einem Versuch des Softwareherstellers Symantec fand das verlorene Gerät nur in 50 Prozent der Fälle den Weg zurück zu seinem eigentlichen Besitzer. Im Rahmen des Projekts, das von Symantec Honey Stick Project getauft wurde, "verloren" die Symantec-Mitarbeiter insgesamt 50 verschiedene Smartphones in New York, Washington DC, Los Angeles, San Francisco und der kanadischen Bundeshauptstadt Ottawa, die mit Tracking-Software ausgestattet waren. Damit konnte neben dem aktuellen Standort jede Eingabe auf dem Smartphone mitverfolgt werden.

Heikle Daten besonders beliebt
Das übliche Verhalten, wenn man ein fremdes Mobiltelefon findet: man sucht nach einer Telefonnummer, über der man den eigentlichen Eigentümer kontaktieren könnte. Tatsächlich wurden aber nur bei insgesamt 38 Geräten das Telefonbuch auf dem Smartphone aufgerufen. Auf persönliche Informationen, wie Soziale Netzwerke, E-Banking, E-Mail oder private Fotos wurde hingegen auf 89 Prozent aller Geräte zugegriffen - Informationen, die eigentlich zur Bestimmung des Eigentümers nicht notwendig wären, da die Kontaktdaten des Besitzers auf den präparierten Geräten deutlich gekennzeichnet waren. Äußerst bedenklich für Unternehmer, die ihr Gerät auf Geschäftsreisen verlieren: in 83 Prozent der Fälle versuchten die Finder auf unternehmenssensible Daten zuzugreifen. Dazu hinterlegte Symantec präparierte Dateien und Apps, die den Anschein gaben, dass sie Gehaltsabrechnungen und Remote-Zugriff auf Firmenrechner beinhalten.

Entsperrmuster zur Sicherung
Die Neugier scheint bei einigen Testpersonen doch sehr groß gewesen zu sein, denn in 66 Prozent der Fälle versuchten sich die Finder durch angeblich bereits vorausgefüllte Login-Screens durchzuklicken. Auch eine präparierte Datei, die dem Namen nach Passwörter beinhalten soll, wurde von 57 Prozent der Finder geöffnet. Symantec empfiehlt daher, für den Lockscreen ein Entsperrmuster einzurichten, sodass das Smartphone nicht versehentlich in falsche Hände gerät. Mit Hilfe von Zusatzsoftware kann zudem das Gerät auch nach dem Verlust rasch geortet werden und man ist nicht auf den guten Willen eines Finders angewiesen.