Digital Life
30.11.2015

T-Mobile: Interesse an Marken wie Huawei wird steigen

Im Rahmen des futurezone Award 2015 hat die futurezone mit Thomas Kicker, CCO bei T-Mobile Austria, über die Dominanz der alten Marken und die Konkurrenz aus China gesprochen.

Der futurezone Award für das Smartphone des Jahres powered by T-Mobile geht an das iPhone 6s. Bevor die Fachjury das Apple-Gerät zum Sieger wählte, bestimmte die Leserjury die Finalisten. Bei allen Finalisten handelt es sich um Premium-Modelle von bekannten Marken. Die futurezone sprach mit Thomas Kicker, CCO von T-Mobile, über die Dominanz der alten Marken und die aufkommende Konkurrenz aus China.

futurezone: Werden die großen Handy-Hersteller von chinesischen Anbietern aus dem Markt gedrängt?
Thomas Kicker: Europaweit sehen wir in dieser Entwicklung mehr Bewegung. In Österreich ist es einer der Bereiche, in dem mehr Trägheit und Markenloyalität feststellbar ist. Grundsätzlich ist die Branche ja nicht gerade dafür bekannt, im Stillstand zu verweilen. In den nächsten Jahren werden wir bestimmt noch viele spannende und innovative Produkte von etablierten sowie neuen Herstellern sehen.

Macht sich ein gesteigertes Interesse der Kunden an diesen „neuen“ Marken bemerkbar?
Ein gutes Beispiel ist die Marke Huawei, die sich im Smartphone-Markt schnell etabliert und sich einen guten Namen gemacht hat. In den vergangenen Jahren hat man kaum jemanden gesehen, der sich so hereinspielen konnte. Huawei könnte jemand sein, der über Features und Qualität Marktanteile gewinnt. Bei unseren Kunden beobachten wir eine entsprechend gute Nachfrage nach Huawei-Smartphones wie dem P8 Lite. Ich rechne auch nächstes Jahr mit einem zunehmenden Interesse an Marken wie Huawei.

Welche Smartphones sind bei T-Mobile derzeit Top-Seller?
Sehr gefragt sind Highend-Smartphones wie das Apple iPhone 6s, Samsung Galaxy S6 und Sony Xperia Z5, die unsere derzeitigen Top-Seller sind. Bei tele.ring sind das Samsung Galaxy S5 Neo, Huawei P8 Lite und das Sony Xperia M4 Aqua die aktuellen Verkaufsschlager.

Welche Technologie wird nach Fingerprint-Sensoren als Nächstes bei Smartphones zum Standard?
Im Kamera-Bereich ist das maximale Niveau noch nicht erschöpft, insbesondere bei Frontkameras. Mobile Bezahlsysteme werden mit NFC immer ausgereifter und fortgeschrittener. Die von Apple vorgestellte 3-D-Touch-Funktion eröffnet eine neue Multitouch-Dimension. Sie hat derzeit zwar noch nicht richtig Anwendung gefunden, wird dies mit der Zeit aber sicher noch tun. Viel Interesse wecken gebogene Displays bei Smartphones.

Werden gebogene und flexible Displays in Zukunft einen praktischen Nutzen bei Smartphones haben?
Einen praktischen Nutzen hat Samsung bereits mit dem Galaxy S6 Edge demonstriert. Man muss aber zwischen Design und Nutzen unterscheiden. Das ist heute undefiniert und muss stärker ausgearbeitet werden. Ich freue mich jedenfalls über solche Innovationen und blicke der Zukunft gespannt entgegen. Vielleicht sind zukünftige Smartphones so flexibel, dass wir sie als Accessoires tragen können, auf dem Armgelenk statt in der Hosentasche.

Sind Smartwatches nur ein kurzer Trend oder werden sie sich als Standard-Accessoires etablieren?
Der gesamte Wearable-Markt hat eine große Zukunft. Man muss jedoch relativierend sagen, dass insbesondere Smartwatches schon eine Zeit lang unterwegs sind. Von Apple gab es nun einen Impuls, der das Potenzial aber noch nicht vollends ausgeschöpft hat. Von Herstellerseite gibt es in punkto Funktionen und von Nutzerseite hinsichtlich des Umgangs beidseitigen Entwicklungsbedarf um dem Geek-Gadget-Eck zu entwachsen.

Smartphones geraten immer häufiger ins Visier von Hackern. Kann man als Provider seine Kunden schützen oder müssen die das selbst machen?
Selbstverantwortung kann und soll man nicht abnehmen, als T-Mobile und somit auch als Teil des Deutsche Telekom Konzerns ist uns Security jedoch ein sehr hohes Gebot. Deshalb tun wir sehr viel, um unseren Kunden Schutz zu bieten. Das beginnt bei einem hochsicheren T-Mobile Netz. Gegen Phishing haben wir eine digitale Signatur bei E-Mail-Rechnungen eingeführt. Darüber hinaus bieten wir einen Internetschutz der wie eine Firewall zwischen Internet und dem Kundengerät funktioniert. Dabei wird man beim Öffnen einer schadhaften Seite auf die Gefahr hingewiesen und gefragt, ob man wirklich öffnen will.

Der Preiskampf am Mobilfunkmarkt wird jetzt durch die virtuellen Provider ausgetragen. Was sind die Vorteile der klassischen Anbieter wie T-Mobile?
Man muss den Mobilfunkmarkt sehr segmentiert betrachten. Es gibt Kunden, die ein Gesamtpaket mit all den Serviceleistungen bevorzugen und es gibt welche, die bekommen eine SIM-Karte und werden auf den Weg gesandt. Die virtuellen Anbieter sind eine Ergänzung am Markt, wodurch ein gewisses Segment bedient wird. T-Mobile punktet hier ganz klar als Vollsortiment-Anbieter. Bei uns kriegt man Serviceleistungen in richtigen Shops oder an der Service-Hotline, umfangreiche Options-Angebote wie Musik-Streaming, Handyversicherungen, Auslandsoptionen, Vertragsverlängerungsangebote und viele Kundenvorteile. Jeder der schon einmal versucht hat Kontaktdaten vom Smartphone zu überspielen, seine Fotos mitzunehmen oder ein Handset-Problem hatte, der weiß wie wichtig dieser Service ist. T-Mobile hat die Qualität dieses Service erst kürzlich bei einem unabhängigen Service-Test unter den Mobilfunkern Österreichs mit dem ersten Platz bestätigt bekommen.