Digital Life
08.07.2016

Trump gibt Microsoft Word Schuld an antisemitischem Tweet

US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump versucht einen umstrittenen Tweet mit Microsoft Word und Microsoft Paint zu argumentieren.

Donald Trump sorgte vergangene Woche mit einem Bild auf Twitter für Aufregung, das seine Rivalin Hillary Clinton vor einem Hintergrund mit Dollarscheinen neben einem sechszackigen Stern zeigt. US-Medienberichten zufolge hatte das rote Hexagramm mit der Aufschrift „Die korrupteste Kandidatin aller Zeiten!“ zu Antisemitismusvorwürfen geführt.

Word und Paint als Sündenbock

Trump löschte den Tweet nach der Kritik und ersetzte diese mit einer neuen Version, die aus dem Stern einen Kreis macht. Nun rechtfertigt sich der voraussichtliche Präsidentschaftskandidat der Republikaner und gibt Microsoft Word die Schuld daran. Laut der Huffington Post gaben mehrere Mitglieder von Trumps Wahlkampfteam zu Protokoll, dass der verwendete sechszackige Stern nicht antisemitsch sei, da es im "Formen"-Menü von Microsoft Word zu finden ist.

Auch Reince Priebus, Vorsitzender des Republican National Committee, verwendet ein anderes Microsoft-Produkt zur Verteidigung. Er räumt ein, dass der Tweet ein Fehler war, betont jedoch, dass man keine antisemitischen Botschaften transportieren wollte. "Wenn du Microsoft Paint aufmachst, siehst du all die verschiedenen Sterne, die man verwenden hätte können", erklärt Priebus und spricht von einem Versehen. Laut Microsoft wolle man mit den Formen keinerlei religiöse Symbole nachstellen.

"Betrügerische Hillary"

Beide Versionen des Bildes waren mit „Betrügerische Hillary - Macht Geschichte!“ überschrieben. Der neue Tweet enthielt zudem den umstrittenen Hashtag #AmerikaZuerst, der mit dem Zweiten Weltkrieg assoziiert wird. Der Slogan wurde von Amerikanern benutzt, die gegen einen Einsatz amerikanischer Truppen gegen Nazi-Deutschland waren.