Digital Life
21.03.2013

TU Wien entwickelt kabellose Flugzeug-Sensoren

Um Daten an der Flugzeughülle registrieren und weiterleiten zu können, ohne dabei die ganze Maschine neu verkabeln zu müssen, wurde an der Technischen Universität Wien eine neue Technologie entwickelt, die Energie aus Temperaturunterschieden gewinnt.

Das "Energy Harvesting Modul" erzeugt Energie aus dem Temperaturunterschied zwischen innerer und äußerer Flugzeugwand. Zwei Punkte werden dazu mit verschiedenen elektrisch leitfähigen Materialien verbunden. Zwischen ihnen fließt Strom, wenn es zu Temperaturwechseln kommt, was beim Aufstieg oder der Landung von Flugzeugen ständig passiert. Mittels eines kleinen Wärmespeichers - in dem Fall ein kleines Wasserreservoir mit zehn Kubikzentimeter Fassungsvermögen - kann dieser so genannte "Seebeck-Effekt" optimal genutzt werden.

"Während des Fluges kühlt das Wasser ab und friert ein. Bei der Landung ist dann die Außenseite des Flugzeuges wärmer als das Wasserreservoir, derselbe Effekt kann in umgekehrter Richtung noch einmal genutzt werden", erklärt TU-Dissertant Alexandros Elefsiniotis.

Unter realen Bedingungen getestet
Der erzeugte Strom wird dafür eingesetzt, um Messdaten von der Flugzeughülle per Funk weiterzuleiten. Das System benötigt dadurch weder eigene Batterien noch eine neue Verkabelung, wodurch man sich viel zusätzliches Gewicht erspart. Das "Energy Harvesting Modul" wurde gemeinsam durch die TU Wien und EADS Innovation Works entwickelt und nun erstmals in Testflügen unter realen Bedingungen erprobt.

"Wir sind zuversichtlich, dass die selbstversorgenden Sensoren schon bald in unseren Flugzeugen mitfliegen werden", erklärt Professor Becker von EADS Innovation Works.

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