epa03646570 A handout photo made available 01 April 2013, by North Korea's official Korean Central News Agency KCNA, showing North Korean leader Kim Jong-un (C) attending a plenary meeting of the Central Committee of the Workers' Party of Korea in Pyongyang on 31 March 2013. South Korea's president told the military 01 April 2013 to respond powerfully to North Korean provocations, amid heightened tensions on the peninsula, reports said. Park Guen Hye said she took recent threats from North Korea 'very seriously,' Yonhap News Agency reported. Pyongyang last month declared invalid the 1953 non-aggression treaty, cut two military hotlines, and announced at the weekend that it considered itself in a state of war with the South. EPA/KCNA / HANDOUT SOUTH KOREA OUT HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

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Digital Life
05/29/2015

Überläufer warnt: "Nordkoreanische Hacker können töten"

Ein geflohener Informatik-Professor aus Nordkorea warnt vor den Hackern des Regimes. Bis zu 20 Prozent des Militärbudgets sollen in Cyberwar-Aktivitäten fließen.

In einem exklusiven BBC-Interview hat der nordkoreanische Informatik-Professor Kim Heung-Kwang, der vor dem Regime geflüchtet ist, davor gewarnt, dass nordkoreanische Hacker in der Lage seien, kritische Infrastruktur anzugreifen, sodass Menschenleben zu Schaden kommen könnten.

Heung-Kwang unterrichtete mehr als 20 Jahre lang Computerwissenschaften an der Hamheung Computer Technology University bevor er 2004 aus Nordkorea flüchtete. Seither stehe er in regelmäßigem Kontakt zu nordkoreanischen Schlüsselfiguren, die ihm vertrauliche Informationen zukommen lassen.

6000 militärische Hacker

Laut Heung-Kwang hat das Land ungefähr 6000 ausgebildete militärische Hacker. Er schätzt, dass 10 bis zwanzig Prozent des Militärbudgets in Online-Operationen investiert werden.

Wie Heung-Kwang berichtet, entwickelt Nordkorea seine eigene Stuxnet-ähnliche Malware. Damit wolle Nordkorea seine Cyberwar-Fähigkeiten demonstrieren. "Die Cyber-Attacken könnten ähnliche Auswirkungen wie herkömmliche militärische Schläge haben, etwa Menschen töten oder Städte zerstören", warnt Heung-Kwang.

Viele der Attacken zielen auf südkoreanische Infrastruktur, etwa Banken oder Kraftwerke ab. Erst Ende 2014 war es zu einem Angriff auf ein südkoreanisches Atomkraftwerk gekommen. Südkorea vermutet den nördlichen Nachbar hinter den Angriffen.

Nicht nur Nordkorea

Der Journalist und Nordkorea-Experte Martin Williams sagt allerdings: "Ich glaube es ist wichtig zu unterstreichen, dass diese Bedrohungen rein theoretisch sind und auch von anderen Ländern oder Hacker-Gruppierungen ausgehen."

In Anspielung auf den Sony-Pictures-Hack ruft Heung-Kwang internationale Organisationen auf, Schritte gegen die Cyberwar-Gefahr aus Nordkorea zu unternehmen, bevor noch schlimmere Attacken gestartet werden.