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EURO 2012
06/30/2012

UEFA sendet erneut manipulierte TV-Bilder

Die Europäische Fußball-Union hat eine erneute Panne bei der Übertragung von TV-Bildern eingeräumt, den Vorwurf der Manipulation aber energisch zurückgewiesen. „Die UEFA hat keinerlei Absicht, eine wie auch immer geartete Kontrolle über die den Sendeanstalten zur Verfügung gestellten Bilder auszuüben“, hieß es.

Die „Süddeutsche Zeitung“ hatte berichtet, dass am Donnerstag beim EM-Halbfinale der deutschen Mannschaft gegen Italien eine schwarz-rot-golden geschminkte Frau auf der Tribüne eingeblendet wurde, der eine Träne über die Wange läuft. Diese unmittelbar nach dem 0:2 durch Mario Balotelli in der 36. Minute gezeigte Szene war aber bereits vor dem Spiel gefilmt worden.

UEFA zeigt sich mit der Szenenauswahl "nicht einverstanden"
Die UEFA bestätigte am Samstag, dass die Bilder während der Hymne aufgenommen und verwendet worden seien, „um die Emotionen und die Anspannung der deutschen Fans bei diesem Spiel zu zeigen“. Die UEFA-Produktionsleitung sei mit der Entscheidung des TV-Produktionsteams im Stadion, „diese Bilder gleich im Anschluss an das Tor zu zeigen, nicht einverstanden“.

Weiter hieß es von der UEFA: „Im Rahmen unserer Qualitätskontrolle wurde das Produktionsteam vor Ort angewiesen, solche Reaktionen nicht mehr als Wiederholungen direkt im Anschluss an eine Live-Aktion einzublenden, um falschen Eindrücken vorzubeugen.“ Man habe „keinerlei Absicht, Bilder zu `manipulieren`“, schrieb die UEFA.

Nicht der erste Vorfall
Es war bereits das zweite Mal, dass ein aus dem Zusammenhang genommener Bildschnitt für Aufregung sorgte. In der Vorrunde hatte die UEFA während des Spiels Fernsehbilder des deutschen Bundestrainers Löw gezeigt, wie er einem Balljungen von hinten den Ball aus der Hand schlug. Auch diese Szene hatte sich vor dem Spiel ereignet. ARD und ZDF hatten sich daraufhin beim europäischen Dachverband beschwert und gefordert, dass nicht live gesendete Bilder kenntlich gemacht werden müssten.