Überkopfbrücken auf der Autobahn enthalten Sensoren zur elektronischen Mautverrechnung

© AP/Denis Farrell

Verkehrstechnik
04/07/2014

Umstellung auf Satelliten-Maut würde Jahre dauern

Die LKW-Maut könnte auf Bundesstraßen ausgedehnt werden. Das derzeit auf Autobahnen eingesetzte System ist dafür ungeeignet, aber auch eine Umstellung ist problematisch.

Seit Tagen lauft eine Diskussion über die Ausdehnung der Lkw-Maut auf Bundes- und Landesstraßen - dabei ist nicht einmal klar, wie viel die Umstellung kosten und wie lange sie dauern würde. Fix ist jedenfalls: Die für die Lkw-Maut und Vignette zuständige Asfinag wäre für diese Mautausdehnung nach derzeitiger Regelung unzuständig.

Und fix ist auch: Das derzeitige Mikrowellensystem ist de facto für die Bemautung von Landstraßen ungeeignet, da die Erfassung der Maut durch das Durchfahren eines Bogens erfolgt - alleine derzeit gibt es auf Autobahnen und Schnellstraßen ca. 900 dieser Bögen, auf Landstraßen würden es tausende werden.

Mindestens drei Jahre lange Umrüstung

Zur Bemautung der Landstraßen müsste ein satellitengestütztes System eingeführt werden, wie es Deutschland verwendet. Eine Umrüstung würde laut Branchenkennern mindestens drei Jahre dauern, in der Übergangszeit müssten beide Systeme angeboten werden, was zu einem veritablen Chaos führen könnte. Zur Erinnerung: Die Einführung der Lkw-Maut in Deutschland war monatelang von Pannen und entsprechendem Spott begleitet - nicht zuletzt aus Österreich, wo das Mikrowellensystem vom ersten Tag an problemlos funktionierte.

Neben Landespolitikern haben sich bisher nur der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) und der Technologielieferant Kapsch TrafficCom als Befürworter eines neuen Mautsystems in der Öffentlichkeit hervorgetan. Eine Alternative zur Bemautung der Landstraßen wäre eine Erhöhung der Mineralölsteuer - dies würde aber alle Dieselfahrer treffen.